Chaoten-Pärchen des Jahres: Tina Fey und Steve Carell

Tina Fey und Steve Carell in 'Date Night'

Chaoten-Pärchen des Jahres: Tina Fey und Steve Carell

Welches verheiratete Paar mit Kindern kennt das nicht? Auf einmal haben der Trouble mit den lieben Kleinen und die alltägliche Routine das wilde Sexleben von einst gänzlich aufgefressen. Und dass man mittlerweile eine gemeinsame Emailadresse hat, macht sogar einen Seitensprung quasi unmöglich. So geht’s auch Claire und Phil Foster (urkomisch als spießiges Normalo-Pärchen: die beiden Ex-“Saturday Night Live“-Comedians Tina Fey und Steve Carell). Höchstens einmal in der Woche gehen sie aus - wenn sie denn runter kommen von der Couch.

Dann futtern sie stets das Gleiche in ihrem Stammlokal, und abends mag sie's dann nicht mehr mit ihm treiben, weil sie schon die Beißschiene drin hat und die Kartoffelplätzchen ihr Blähungen bereiten. Und ganz ehrlich: So richtig sexy sieht er mit seinem Nasenpflaster gegen's Schnarchen auch nicht aus. Lieber linst er sowieso verstohlen in den Ausschnitt des Kindermädchens (Leighton Meester aus „Gossip Girl“). Als Freunde der beiden sich scheiden lassen, weil sie „nur“ noch zwei Mal in der Woche Sex haben, läuten bei den Fosters die Alarmglocken.

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Tina Fey: Einfach nur komisch

Claire wirft das Kassengestell beiseite und ein scharfes Dress über und bringt Phil in Zugzwang: Sie will schick ausgeführt werden. Als die beiden endlich ihre Vororthölle hinter sich gelassen haben und im angesagten Szenerestaurant aufschlagen, folgt schnell die Ernüchterung: Man hätte wissen können, dass man in so einem Schuppen eine Tisch vorbestellen muss. Kurzerhand geben die beiden sich als ein anderes Paar von der Reservierungsliste aus und handeln sich damit jede Menge Ärger ein. Die Tripplehorns nämlich werden von der Polizei und von einer mafiösen Bande gesucht. Und leider werden die Fosters jetzt für die Tripplehornes gehalten.

Neben der Verbalkomik, die die ersten 20 Minuten bestimmte, kommt jetzt reichlich Action ins Spiel. Claire und Phil stolpern durch Manhattan und legen dabei allerhand in Schutt und Asche. Und sie begegnen nicht nur „Black Eye Peas“-Star Will.I.am, der sich selbst spielt, sondern auch Mark Wahlberg, der im ganzen Film nicht mehr als eine Schlafanzughose trägt und damit für allerhand Irritationen sorgt.

Das ist oft witzig, doch nicht immer stimmt das Tempo, und es hätten ruhig ein paar Gags mehr sein können, damit der Streifen von Shawn Levy („Nachts im Museum“) als Screwball-Comedy durchgeht. Zu sehr legt der Regisseur den Focus auf die Verfolgungsjagden, zu sehr werden gute Ideen in der kurzen Laufzeit von 90 Minuten Mangelware. Es ist schade, dass man hier nicht mehr lacht als in mancher Sitcom, denn mit den zahlreichen Außendrehs ist „Date Night“ eine deutlich aufwändigere Produktion.

So amüsiert man sich hauptsächlich über Steve Carell und Tina Fey, die einfach fast immer komisch sind, und über die zahlreichen Stars wie James Franco oder Marc Ruffalo in netten kleinen Nebenrollen. Wenn Sie also nur einmal pro Woche einen Abend zu zweit haben: Klauen Sie lieber jemand anders die Reservierung in einem In-Schuppen oder nehmen Sie sich ein Hotelzimmer. Den Film können Sie in ein paar Monaten auch noch auf DVD gucken.

Von Mireilla Zirpins

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