Hollywood Blog by Jessica Mazur

'Celebrity Swatting': Der letzte Schrei unter gelangweilten Kids

'Celebrity Swatting': Der letzte Schrei unter gelangweilten Kids
'Celebrity Swatting': Der letzte Schrei unter gelangweilten Kids © Bildquelle: Splash (Einsatz vor dem Haus von Tom Cruise)

von Jessica Mazur

Vor ein paar Monate spielte sich im Laurel Canyon, wo ich wohne, folgendes Szenario ab: Zuerst kreiste ein Hubschrauber mit Suchscheinwerfer über der Nachbarschaft, dann fielen plötzlich Schüsse und man hörte Scheiben klirren. Zu behaupten, dass mir in dem Moment ein wenig mulmig zumute war, ist untertrieben. Als ich bei der Polizei anrief, sagte man mir, das SWAT-Team hätte die Situation unter Kontrolle hat. Na, das ist doch schön zu hören. Wie sich am nächsten Tag herausstellte, war alles auch nur halb so schlimm.

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Eine Frau hatte den 911-Notdienst angerufen und behauptet, dass sich ihr Freund mit Waffen in seinem Haus verschanzt habe. Toll, genau die Nachbarn, die man braucht! Als sich das Sondereinsatzkommando Zugang verschafft hatte, saß der Mann allerdings seelenruhig und noch dazu waffenlos auf seinem Sofa. So ähnlich erging es wohl auch Ashton Kutcher kürzlich. Denn auch er bekam in den vergangenen Wochen überraschten Besuch von SWAT Teams. Und warum? Weil die Kids in Hollywood Langeweile haben....

Mittlerweile gibt es sogar einen Begriff dafür. Die US Medien nennen es 'Celebrity Swatting' und beschreiben das Ganze als 'the latest craze for kids', der letzte Schrei unter Kindern also. Das Prinzip ist ganz einfach: Kinder und Jugendliche machen sich einen Spaß daraus, den 911 Notruf anzurufen und Sondereinsatzkommandos zu den Häusern der Stars zu schicken. Im Fall von Ashton Kutcher behauptete der Anrufer, im Haus des Schauspielers befänden sich Waffen und Sprengstoff und mehrere Leute wären bereits tot.

Als das SWAT Team eintraf, stellte sich heraus, bei dem Anruf handelte es sich um einen 'lustigen' Telefonstreich. Kein Einzelfall. Die Liste der 'Celebrity Swatting'-Opfer wird nämlich immer länger. Auch Miley Cyrus, Tom Cruise, Chris Brown und TV-Größe Simon Cowell hatten schon das fragwürdige Vergnügen.

Der Kick, den die Kids daraus ziehen, liegt auf der Hand: nationale und internationale Berichterstattung. Denn nicht nur Gossip-Seiten berichten über die Vorfälle... Doch der Schaden ist groß. Laut LAPD kostet jeder Einsatz tausende von Dollars. Ein Sprecher erklärte den CBS News außerdem: Man kann von Glück sagen, dass niemand verletzt oder getötet wurde. Das ist unsere Befürchtung. Immerhin gehen die Beamten von einer Gefahrensituation aus und sind bei jedem Einsatz schwer bewaffnet.

Das Ganze hat hier in LA mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass jetzt ein neues Gesetz verabschiedet werden soll, das härtere Strafen fordert. Mal schauen, ob das was bringt. Der erste Tatverdächtige wurde nun allerdings auch verhaftet: ein zwölfjähriger Junge, der für die Großeinsätze bei Ashton Kutcher und Justin Bieber verantwortlich sein soll. Ein Zwölfjähriger! Tja, Hollywoodstars in Angst und Schrecken zu versetzen ist vermutlich spannender, als jedes Computerspiel...

Viele Grüße aus Lalaland sendet Jessica Mazur.

'Celebrity Swatting': Der letzte Schrei unter gelangweilten Kids
© Bild: Jessica Mazur