'Cats & Dogs 2’: Lahmer Chaos-Bond auf vier Pfoten

Hund Diggs im Kampf gegen Terror-Mietze Kitty Kahlohr

'Cats & Dogs 2’: Lahmer Chaos-Bond auf vier Pfoten

Ein erfolgloser, vom Dienst suspendierter Cop zeigt es allen – besonders natürlich seinem fiesen Vorgesetzten - und mutiert zum Star-Agenten, indem er die Welt rettet. Wer hat die Geschichte so oder so ähnlich nicht schon mal gehört oder gesehen? Regisseur Brad Peyton griff jetzt ebenfalls auf den bekannten Stoff zurück, allerdings mit einem kleinen Unterschied: Die Helden aus ‚Cats & Dogs 2’ laufen allesamt auf vier Pfoten.

Die Story knüpft an den ersten Teil an, jedoch mit vielen neuen Pelzhelden: Polizeihund Diggs leistet sich in seinem Job einen Fauxpas nach dem anderen. Deshalb wird er vom Dienst suspendiert – mit Aussicht auf ein tristes Dasein im Zwinger. Doch dann erhält er das Angebot, dem Elite-Geheimdienst DOG beizutreten. Nun lernt Schäferhund Diggs eine ihm unbekannte Welt kennen: Im DOG-Hauptquartier werden die Operationen aller Hunde-Agenten weltweit verwaltet, vierbeinige Schnüffler sitzen vor Computern, erfinden nützliche Geräte und knacken Geheimcodes.

Auf Agenten-Assistent Diggs wartet auch schon der erste Auftrag: An der Seite des erfahrenen Butch soll er Terror-Mieze Kitty Kahlohr stoppen, die die Welt erobern will. Doch schnell wird klar: Um die Bedrohung auszuschalten und sichere Informationen zu beschaffen, brauchen sie Hilfe vom Katzen-Geheimbund MEOWS. Gesagt, getan: Verfeindete Hunde und Katzen schließen sich schweren Herzens zusammen, um die geliebten Menschen vor Kitty Kahlohr zu beschützen.

Neben zahlreichen tierischen Darstellern gibt es auch ein paar wenige menschliche Protagonisten. Diggs Police-Partner Shane (Chris O’Donnell) ist ein echter Freund, der alle Hebel in Bewegung setzt, um den plötzlich aus dem Polizeizwinger verschwundenen Hund zu finden. Im Gegensatz dazu steht der dämliche Jahrmarktzauberer Chuck (Jack McBrayer), in dessen Wohnwagen Kitty Kahlohr ihre Terror-Zentrale eingerichtet hat. Zur Tarnung bleibt der teuflischen Katze nichts anderes übrig, als für Chucks Zaubernummern als Accessoire herzuhalten. Dabei kommt es auch schon mal vor, dass er die nackte Kitty in einen rosafarbenen Bunny-Plüschanzug steckt.

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Von diesen Gegensätzen lebt die Geschichte: Die guten Hunde und Katzen lieben ‚ihre’ Herrchen und setzen alles daran, sie vor Kitty Kahlohr und deren teuflischem Plan zu beschützen. Die böse Anti-Mieze hingegen hasst alle Zweibeiner, was durch die demütigenden Erlebnisse auf dem Jahrmarkt nur noch verstärkt wird.

Die meisten Gags bringen doch eher Kinder zum Lachen und entlocken Erwachsenen höchstenfalls ein Schmunzeln. Für die ältere Generation hat sich Regisseur Brad Peyton zumindest ein Highlights ausgedacht: So stattet das Agenten-Trio – bestehend aus Butch, Diggs und Katze Catherine – der berüchtigten Gefängnis-Insel Alcatraz einen Besuch ab, um im unterirdischen Zellenkomplex für Tiere Hilfe bei dem besonders gefährlichen Schwerverbrecher Mr. Tinkles zu bekommen. Dieser hängt - mit einem Mundgitter an eine Eisenplatte gefesselt - in einer Plexiglaszelle und analysiert zuerst mal in aller Ruhe seine ‚Gäste’. Hannibal Lector lässt grüßen.

Für Lacher bei den Kindern sorgt der zwiespältige Charakter der Kitty Kahlohr: Mal tyrannisch, mal lächerlich wirkt das Vieh eher komisch als bedrohlich. Die tollpatschigen Showeinlagen von Schäferhund Diggs werden hingegen schnell langweilig: Man wartet die ganze Zeit auf etwas Neues – leider vergebens. Während die Gags der Hauptcharaktere ausgelutscht und flach daher kommen, sorgen die vorlauten Kommentare von Tauben-Spitzel Seamus für die wenigen komischen Höhepunkte des Films.

Obwohl die 3D-Effekte nett gemacht sind, die Story trotz der Anspielung auf ‚Das Schweigen der Lämmer’ absolut kindgerecht ist und die Tiertrainer ganze Arbeit geleistet haben, kann der Film nicht ganz punkten. Den Machern ist es nämlich – mit Ausnahme von Chaos-Dog Diggs - bei keinem der tierischen Charaktere gelungen, eine richtige Bindung zum Zuschauer aufzubauen. Außerdem ist der Unterschied zwischen echten und animierten Tieren einfach viel zu deutlich. Schade! Fazit: Ganz netter Spaß – aber nur für Familien mit Kindern.

Von Maike Nagelschmitz

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