‚Cars 2‘ mit angezogener Handbremse!

3 von 5 Punkten

Zuerst ein paar Drinks mit Motorenöl - geschüttelt nicht gerührt versteht sich - und danach ab auf die Toilette mit Unterbodenwäsche. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Bei 'Cars 2' ist die Welt nicht genug: Denn Lightning McQueen und sein Freund Hook gehen auf eine abenteuerliche Reise in 3D, die sie quer über den Globus führt. Obwohl die Animations-Schmiede 'Pixar' die Story um die sprechenden Boliden inhaltlich und vor allem optisch gehörig gepimpt hat, haben die neuen Cars einige Macken.

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Das liegt in erster Linie an der verworrenen Story: Denn die neue Agenten-Geschichte, die Regisseur John Lasseter (‚Toy Story‘, Das großes Krabbeln‘) seinen animierten Flitzer verpasst hat, passt nicht so ganz zum Rennspektakel des ersten Teils. Es geht vielmehr um eine Ölkrise, die Entdeckung eines neuen Supertreibstoffs, Geheimagenten, Informanten und eine weltweite Verschwörung - geplant von dem fiesen Professor Zündapp. Was sich für erwachsene Zuschauer als vorhersehbarer Abklatsch eines Krimis entpuppt, dürfte die kleineren Kinogänger verwirren und schlichtweg überfordern.

Weil der eigentliche Star aus Teil eins, Lightning McQueen, nur noch dazu da ist, seine Rennen zu fahren, geht der Story ein wichtiger Bestandteil verloren. In den Vordergrund rückt nun der tollpatschige Abschleppwagen Hook, der diese Lücke allein aber nicht schließen kann. Unterstützung erhält er zwar von den neuen Agenten Finn McMissile und Holly Shiftwell, deren Charakterisierung kommt jedoch viel zu kurz und kratzt lediglich an der Oberfläche.

Sebastian Vettel für bei 'Cars 2'

Trotz inhaltliche Schwächen kann 'Cars 2' bei der Optik ordentlich punkten. So zeigt 'Pixar' bei der zweistündigen Jagd rund um den Globus seinen ganzen Ideenreichtum und die Liebe zum Detail. Leuchtreklamen in Tokyo, das Papamobil in Italien und der 'Big Bentley' in London bleiben in Erinnerung. Darüber hinaus dürften vor allem die Actionszenen beim jüngeren Publikum gut ankommen.

Doch bei aller optischer Effekthascherei ist und bleibt 'Cars 2' durchschnittliche Kinounterhaltung. Die Charaktere wirken kalt und versprühen nicht jene Wärme, für die Pixar-Filme (Toy Story, ‚Findet Nemo‘ ‚Wall-E‘) sonst berühmt sind. Dieses Manko können auch prominente Synchronsprecher aus dem Rennsportzirkus nicht ausgleichen (Sebastian Vettel, Lewis Hamilton).

Von Benjamin Seebach

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