Hollywood Blog by Jessica Mazur

Cannes-Blog: Viel Gepäck - wenig Stars

Cannes-Blog: Viel Gepäck - wenig Stars
Cannes-Blog: Viel Gepäck - wenig Stars

von Jessica Mazur

 

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Me voilà in Cannes. Da bin ich also angekommen beim größten Filmfestival der Welt - doch der Auftakt ist alles andere als glamourös: Im Flieger sitzt kein einziger Promi. Klar, nur Journalisten und PR-Leute reisen im Billigflieger schon einen Tag vorher an, um alles zu organisieren. Aber als Filmkritikerin bin ich es ja gewohnt, dass mein Job luxuriöser aussieht, als er ist.

Normalerweise berichte ich für RTLkino.de über die wenigen richtig guten und vielen grottenschlechten Filme, die uns von Hollywoodproduzenten zugemutet werden. Das klingt zwar nach Traumfabrikglitter, bedeutet aber oft, sich in einem versifften Kinosessel zur besten Frühstückszeit hanebüchene Splattermovies reinzupfeifen. Da ist es doch eine willkommene Abwechslung, als Cannes-Reporterin für VIP.de das nasse und graue Wetterelend in Köln gegen ein bisschen Sonnenschein unter Palmen an der Croisette einzutauschen - und vielleicht dem einen oder anderen Star über den Weg zu laufen. Schließlich haben sich Brangelina, ihr gemeinsamer Freund George Clooney, dessen Öko-Bruder im Geiste Leo DiCaprio und viele weitere Topstars angekündigt. Doch das gestaltet sich gar nicht so einfach. Erstens sind die Promis alle noch nicht da. Die Straßencafés wirken trotz des strahlenden Sonnenscheins bei angenehmen 23 Grad im Schatten fast leergefegt. Nachdem ich mein völlig überdimensioniertes Gepäck (ich schwöre, ich habe nur das Nötigste eingepackt) auf Stöckelschuhen im Schweiße meines Angesichts zum Festivalpalast geschleppt hatte, musste ich das machen, was für einen Journalisten leider einen guten Teil der Arbeit ausmacht: Schlange stehen und warten.

Um einen Star treffen zu dürfen oder überhaupt bei einem Event dabei zu sein, muss man nämlich erst mal Klinken putzen bei den zahlreichen Agenten, die sich in den schicken Hotels häuslich eingerichtet haben. Aber so sieht man die Hütten dann auch mal von innen. Nach geduldigem Ausharren erfährt man dann, wann wer wo Hof hält und ob man die Chance auf eine Audienz hat - oder ab man besser morgen noch mal wieder kommt, um nachzufragen. Keine tolle Aussicht bei den weiten Fußwegen.

Da die letzte Essensaufnahme auch schon zwölf Stunden her ist (entgegen allen Gerüchten werden wir nämlich von den PR-Fuzzis keineswegs mit Cocktails und Häppchen verwöhnt), entscheide ich mich dazu, von der entspannten Platzsituation in den Cafés zu profitieren und dann den Bus zu nehmen. Und jetzt raten Sie mal, wo dieser Blogeintrag entstanden ist? An einer Bushaltestelle! Denn auch auf  die öffentlichen Verkehrsmittel muss man ganz schön warten. Worauf noch? Das erfahren Sie morgen an dieser Stelle.

A bientôt! Ihre Mireilla Zirpins

P.S.: Heute ist's übrigens schön sonnig in Cannes - und ich trage meine Highheels mit Riemchen...

 

 

 
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© Bild: Jessica Mazur