Hollywood Blog by Jessica Mazur

Cannes-Blog: Unpünktliche Stars

Cannes-Blog: Unpünktliche Stars
Cannes-Blog: Unpünktliche Stars

von Jessica Mazur

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Das stimmt in vieler Hinsicht auch für dieses Festival. Wer als Journalist nach dem offiziellen Anpfiff zur Vorführung kommt, bleibt auf jeden Fall draußen, weil die Türhüter unerbittlich sind mit potenziellen Störenfrieden. Nun gut, das ist verständlich. Das kann einem allerdings auch passieren, wenn man sich zu spät in die Schlange stellt. Dann hilft nur noch eins: weiblicher Charme. Zum Glück sind einige der französischen Wachleute in den sandfarbenen Uniformen dafür sehr empfänglich, sonst hätten Michael Moores neuester Anti-Bush-Film „Sicko“ und der Asia-Argento-Fesselspielchen-Thriller „Boarding Gate“ ohne mich stattgefunden.

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„Star müsste man sein“, denke ich, während ich mich mal wieder völlig außer Puste vom Tour-de-Cannes-Zeitfahren vom Rad in den Rasiersitz in einer der vordersten Reihen werfe. Doch die Promis haben es auch nicht so leicht. Gut, Jessica Simpson lief am Wochenende eine Stunde zu spät zur Budweiser-Party auf einer Yacht auf. Sie wurde trotzdem rein gelassen, weil außer ihr keine nennenswerten Stars dort waren. Aus diesem Grund wurde sie aber auch umso dringender auf dem Boot erwartet.

Fast eine Stunde zu spät kamen am Sonntagnachmittag auch die Stars der britischen Internatskomödie „St. Trinian’s“. Sie saßen alle im gleichen Flieger, und der hatte Verspätung. Das lassen wir als Entschuldigung mal durchgehen. Dafür waren Rupert Everett, Colin Firth und Caterina Murino (Sie wissen schon, das andere Bondgirl neben der süssen Eva Green) bestens aufgelegt. So erfuhren wir, dass auch die Stars nicht bei jeder Party oder Premiere problemlos Einlass finden. „Du kommst nicht rein, das ist die Standard-Cannes-Erfahrung“, lacht Colin Firth. „Da machst du den Fotocall, läufst über den Roten Teppich und musst dann jemand zurück ins Hotel schicken, weil du die Tickets nicht dabei hast!“ Schön, dass es den Promis auch so geht. „Denk an letztes Jahr!“ ruft Rupert Everett dazwischen. „Oh ja, da sind wir bei der Galaparty zu unserem eigenen Film nicht rein gekommen, und dabei waren wir alle im Smoking“, erinnert sich Colin. Caterina grinst ihre Kollegen frech an und ruft mit italienischem Akzent: „Iiiich war letztes Jahr mit dem Bond-Film zum ersten Mal hier. Ein nettes Kleidchen – und ich war überall sofort drin.“ Tja, Jungs, ich hab’s doch gesagt.

Nur mit der armen Pamela Anderson hat niemand Erbarmen. Sie wurde fürs zu spät kommen von den Paparazzi kräftig ausgebuht – vor allem aber, weil sie die vorn eingesparte Zeit nicht hinten dranhängen wollte. Klar, vermutlich wartete schon die nächste Beachparty auf die Silikonbeauty. Sie rächte sich und motzte lautstark, sie würde von den Fotografen wie Vieh herumgeschubst, weil die Herren immer nur „Dreh dich hierher“ rufen. Mädchen, steh du erst mal Schlange, dann darfst du dich beschweren!

A bientôt,

Ihre Mireilla Zirpins

 

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© Bild: Jessica Mazur