Hollywood Blog by Jessica Mazur

Cannes-Blog: Trotz Party immer fit: Wie macht Paris das nur?

Cannes-Blog: Trotz Party immer fit: Wie macht Paris das nur?
Cannes-Blog: Trotz Party immer fit: Wie macht Paris das nur?

von Jessica Mazur

 

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Wie macht Paris Hilton das eigentlich, eine Nacht nach der anderen durchzufeiern? Es ist mir ein Rätsel. Sie schaut dabei gern zu tief ins Glas, setzt sich dann bekanntlich auch schon mal betrunken ans Steuer und sieht zumindest am Anfang der nächsten Party wieder halbwegs ausgeschlafen aus (gut, zum Leidwesen der Fotografen ist sie wegen der Geschichte mit dem Alkohol am Steuer jetzt auch nicht hier in Cannes, sondern wartet in den USA darauf, ihre Haftstrafe abzusitzen). Ich hingegen habe nach einer Woche schon den Cannes-Durchhänger, und das obwohl ich wenig trinke und das Rad im Zweifelsfall stehen lasse. Dass man irgendwann auf dem Zahnfleisch geht bei solchen Festivals ist normal. Frauenschwarm Gael Garcia Bernal erzählt bei der Premiere seines Films, dass sein nächstes Projekt „Schlafen“ sei. „Gestern Nacht waren es wieder nur zwei Stunden.“ Irgendwann passiert es dann jedem: Man schläft ein, und zwar nicht in seinem Bett. Mein Kollege Gareth aus London wachte gestern Nacht in der Hotellobby wieder auf, und auf den Sofas in der Presselounge zähle ich mittags um zwei vier eingenickte Journalisten. Bei mir war es bei der Late-Night-Premiere von Gus Van Sants „Paranoid Park“ soweit. Schon auf dem Roten Teppich wurden meine Lider schwer. Die jungen Skateboarder, die zu beruhigender Musik durch eine Halfpipe fahren lassen mich in den Halbschlaf fallen. Erst als ein Mann von einem Zug in zwei Hälften zerteilt wird, sind meine Augen wieder auf.

Gut so, denn um halb eins geht’s dann weiter mit meiner Freundin zu einem Empfang in einer Villa in den Bergen über Cannes. Im Shuttle-Bus lernen wir zwei Damen kennen, die sich gerade die Nägel machen. Man hat ja nicht mal für so was Zeit hier, stellen wir fest, und die beiden reichen uns gleich großzügig das Fläschchen weiter: „Trocknet ganz schnell.“ Stimmt. Geradezu brav drehen wir unsere Runden übers Partygelände, tauschen ein bisschen Star-Tratsch mit den Kollegen aus (Brangelina an der Côte, die neue unbekannte Schöne an der Seite des frisch getrennten Daniel Craig, der nächtliche Auftritt von U 2 und die unsägliche Band Lordi) und machen uns wieder auf den Heimweg. Der Shuttlebus-Chauffeur fährt quasi direkt bei meinem Appartement vorbei, lässt mich aber nicht raus. „Versicherungstechnische Gründe.“ Bürokrat!

Ich seufze und fahre mit bis zum Bahnhof, wo ich mich mit zwanzig anderen Nachtschwärmern um ein Taxi rangeln darf (das Rad stand ja im Hotel) und erfahre, dass die unfreundlichen Fahrer des Lokalmonopolisten hier geradezu mafiös dafür sorgen, dass keine anderen Taxis fürs Festival hierher kommen. So ist es kein Wunder, dass immer ein riesiger Run besteht auf die paar Dutzend Autos. Star müsste man sein, denke ich. Auf die warten nämlich vor den Partylocations schwarze Limousinen mit der goldenen Palme auf den Türen, und es ist immer für jeden ein Wagen da.

Am Morgen danach wache ich auf, weil es heftig an meine Tür hämmert. Die Zimmermädchen. Fünfeinhalb Stunden lang haben sie mich schlummern lassen. Zusammen mit dem Schlafdefizit der vorherigen Tage macht das ein paar amtliche Balken unter meinen Augen. Verschlafen denke ich an Paris Hilton und weiß plötzlich, warum sie immer so große Sonnenbrillen trägt. Eine hervorragende Idee!

 

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© Bild: Jessica Mazur