Hollywood Blog by Jessica Mazur

Cannes-Blog: Der Unterschied zwischen Stars und Möchtegern-Stars...

Cannes-Blog: Der Unterschied zwischen Stars und Möchtegern-Stars...
Cannes-Blog: Der Unterschied zwischen Stars und Möchtegern-Stars...

von Jessica Mazur

 

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Wenn man sie nicht auf dem Roten Teppich gesehen hätte oder bei einer der Pressekonferenzen, man wollte nicht glauben, dass George Clooney, Brad Pitt und Angelina Jolie hier in Cannes sind. Denn der Trend bei den Stars in diesem Jahr ist es, so wenig wie möglich gesehen zu werden. Nur ein volksnaher Mann wie Regisseur Fatih Akin zappelt auf seiner eigenen Premierenparty bis zum Umfallen. Superstar Jude Law mag nicht jeden Tag mit einem unbekannten Blondchen am Arm gesehen werden (wie unlängst zusammen mit James Blunt auf der Playboyparty), sondern guckt sich im Hotel Fußballspiele an (als ob es hier nichts Besseres zu tun gäbe), ist dabei aber immerhin lieb zu den Zimmermädchen und bedankt sich mit freundlichen Post-its und Bonbons. Hoffentlich hegt er dabei nicht wieder Hintergedanken wie einst bei der Babysitterin, mit der er Sienna Miller betrog.

 

Leo DiCaprio ließ sich nirgendwo für ein paar hübsche Fotos zusammen mit seiner Bar Rafaeli blicken, sondern ging lieber mit seiner Mama (!) im Restaurant des Martinez-Hotels essen. Dann jettete er wieder zu Dreharbeiten, just dann, als Bar anreiste. Dem hätte ich ja was gehustet.

 

Wer sich hingegen offen und dauernd öffentlich zeigt, ist mit Sicherheit kein Star, sondern möchte erst noch einer werden. So wie die unvermeidliche Bai Ling. Statt die Abgeschiedenheit zu suchen wie Brangelina im Hotel du Cap, residiert die für ihre Freizügigkeit berüchtigte Chinesin auf einer Yacht direkt im Hafen. In der Nähe ihres Anlegers sehe ich von hinten eine kleine Frau am Kai entlang schlappen, unter der halbtransparenten Tunika nur einen weißen String-Tanga. "Das kann doch nur…", schießt es mir durch den Kopf, und in der Tat klettert sie auf das Boot, das über und über mit Postern von 'Shanghai Baby', Bai Lings neuestem filmischen Angriff auf ahnungslose Cineasten, geschmückt ist.

 

Fünf Minuten später ist sie wieder an Deck und hat die Tunika gegen ein viel zu tief ausgeschnittenes silbernes Glamour-Outfit ausgetauscht. Respekt, so schnell habe ich mich noch nie umgezogen, aber das Kleid wirkte auch nicht so, als hätte sie viel Arbeit mit dem Anziehen von Unterwäsche gehabt. Als Gerard Depardieu auf einem benachbarten Boot auftaucht, wirft Miss Bai Bussis und posiert, bis auch der letzte Fotograf die Lust verloren hat. Die Masche hat sie sich offenbar von Paris Hilton abgeschaut. Allerdings hat das Bai Ling bislang noch nicht den großen Durchbruch als Schauspielerin, sondern höchstens ein paar nette Partyeinladungen beschert. Ich bin sicher: Ein paar unachtsam liegengelassene private Filmaufnahmen werden bald die Prominenz der fernöstlichen Skandalnudel befeuern.

 

Immerhin darf Bai Ling mit den Reichen und Berühmten feiern, und die Einladungen für die wirklich heißen Feten werden nur an Auserwählte verteilt. So darf man Partyeinladungen getrost wegwerfen, auf denen die Veranstalter großspurig verkünden, sie hätten auch Brad Pitt und Angelina Jolie eingeladen. Eingeladen ja, aber die werden den Teufel tun, sich in einem popeligen Strandclub unter die mittleren Zehntausend zu mischen. Und sollten sie wider Erwarten Lust auf eine kleine Feier haben, würden sie es vorher garantiert nicht herausposaunen. Sonst platzt die Bude aus allen Nähten, und Bai Ling wäre natürlich auch sofort zur Stelle.

 

A bientôt

 

Mireilla Zirpins

PS.: Noch ein Tag in Highheels...

 

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© Bild: Jessica Mazur