Cannes 2015: Alles hört auf die Coen-Brüder

Cannes 2015: Alles hört auf die Coen-Brüder
Joel (l.) und Ethan Coen haben diesmal in Cannes das Sagen © Invision2013

Für die begnadeten Regie-Brüder Ethan und Joel Coen macht sogar das Festival von Cannes eine Ausnahme: Erstmals werden bei der 68. Auflage zwei Personen den Juryvorsitz haben. Außerdem gehören Rossy de Palma, Guillermo del Toro, Xavier Dolan, Jake Gyllenhaal, Sophie Marceau, Sienna Miller und Rokia Traoré zur neunköpfigen Jury, die darüber entscheiden wird, welcher Film am 24. Mai mit einer Goldenen Palme ausgezeichnet wird. Ins Rennen gehen insgesamt 17 Filme, alleine vier davon aus Frankreich. Zu den großen Namen gehören unter anderem US-Filmregisseur Gus Van Sant, der Italiener Nanni Moretti oder Lokal-Matador Jacques Audiard. Auch Woody Allen wird zugegen sein, der Film "Irrational Man" läuft allerdings außer Konkurrenz. Was es sonst noch zu wissen gibt, erfahren Sie hier.

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Fakten rund um das 68. Filmfest an der Côte d'Azur

 

Wie alles begann

 

Bei kaum einem anderen Festival in Europa ist die Promidichte so hoch - klar, die Côte d'Azur zieht die Stars und Sternchen an. Das war auch am 20. September 1946 so, als Cannes zwar klein und beschaulich, aber schon damals mit einer beeindruckenden Filmprominenz startete. Im Wettbewerb lief Jean Cocteaus "Die Schöne und die Bestie", Billy Wilder zeigte "Lost Weekend" und Alfred Hitchcock "Berüchtigt". Brigitte Bardot zog die Aufmerksamkeit der Fotografen erstmals 1953 auf sich, als sie über die Croissette flanierte. Heute geben sich die Top-Stars die Klinke in die Hand. Internationale Kinogrößen wie Arnold Schwarzenegger, Gérard Depardieu, Bruce Willis, Quentin Tarantino, Nicole Kidman und Pénelope Cruz werden regelmäßig bei imposanten Auftritten auf glanzvollen Yachten oder am Strand des "Majestic" Hotels gefeiert.

 

Im Blickpunkt

 

Favoriten hervorzusagen, ist bei kaum einem Festival so unmöglich, wie in Cannes. Was sich aber ohne Zweifel feststellen lässt, sind die Filme, die zumindest im Vorfeld sehr viel Aufmerksamkeit erfahren. Da wäre zum einen Justin Kurzels Shakespeare-Adaption "Macbeth" mit Marion Cotillard und Michael Fassbender. Auch "Sicario" von Regisseur Denis Villeneuve feiert seine Premiere in Cannes, ein Drogen-Thriller mit Emily Blunt und Benicio Del Toro. Ebenfalls mit Spannung erwartet wird Gus Van Sants "The Sea of Trees", in dem es um die sogenannten Selbstmordwälder Japans geht, wo Matthew McConaughey den Suizid sucht und dabei auf Ken Watanabe trifft.

 

Berühmte Preisträger

 

Klassiker wie "Der dritte Mann" (1949), "M.A.S.H" (1970), "Taxi Driver" (1976), "Die Blechtrommel" (1979), "Sex, Lügen und Video" (1989), "Das Piano" (1993) und "Fahrenheit 9/11" (2004) bekamen in Cannes die große Bühne. Regisseur Quentin Tarantinos Siegeszug begann an der Côte d'Azur. 1994 bekam er für "Pulp Fiction" die Goldene Palme und stieg in die Riege der Hollywood-Stars auf. 1975 wurde mit Werner Herzog erstmals auch ein deutscher Filmemacher mit einem Hauptpreis bedacht, dem Jury-Spezialpreis für "Jeder für sich und Gott gegen alle".

 

Was es sonst noch zu wissen gibt

 

Ein Pariser Juwelier erfand den Award, der Materialwert wird auf 25.000 Euro geschätzt. Die erste Goldene Palme gewann 1955 der Liebesfilm "Marty" von Delbert Mann. Die Bevölkerung der Stadt wächst während des Festivals auf das Dreifache an - von ca. 72.000 auf über 200.000. Der Boom beschert der Stadt ein Umsatzplus von rund 200 Millionen Euro. Ein Mittagessen kostet durchschnittlich knapp 40 Euro, eine Übernachtung ist für Normalsterbliche in der Innenstadt kaum erschwinglich, zudem ist Cannes während des Festivals restlos ausgebucht. Film ab!

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