Cannes 2013: Goldene Palme für 'La vie d'Adèle'

Cannes 2013: Goldene Palme für 'La vie d'Adèle' Bei den Filmfestspielen von Cannes 2013 sind Adèle Exarchopoulos (19) und Léa Seydoux (27) die Stars an der Croisette.

Dieser Film schreibt Festivalgeschichte

Es ist mutig, was Regisseur Abdellatif Kechiche und seine beiden Hauptdarstellerinnen geleistet haben. In dem Film 'La vie d'Adèle' erzählen sie in knapp drei Stunden von der lesbischen Liebe zweier junger Frauen, ohne Scheu vor sehr intensiven und ungewöhnlich langen Sexszenen. Doch am Ende wurde ihr Wagnis belohnt: Bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes gewann 'La vie d'Adèle' die begehrte Goldene Palme - und schreibt Festivalgeschichte.

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Denn zum ersten Mal ging der Hauptpreis nicht nur an den Regisseur, sondern auch an die Hauptdarstellerinnen Adèle Exarchopoulos (19) und Léa Seydoux (27). Außerdem wurde damit in Cannes erstmals ein Film ausgezeichnet, der offen das Thema Homosexualität behandelt.

Cannes 2013: Goldene Palme für 'La vie d'Adèle' Die beiden Hauptdarstellerinnen und Regisseur Abdellatif Kechiche.

Dem in Tunesien geborenen Kechiche und seinen beiden Darstellerinnen gelingt mit dem Werk ein bemerkenswerter Spagat. Denn auch wenn sie von der lesbischen Liebe zwischen der jungen Adèle und der etwas älteren Emma berichten, so ist 'La vie d'Adèle' vielmehr die universelle Geschichte einer ersten großen Liebe, die Kechiche mit enormer Nähe und Unmittelbarkeit zeichnet. Dazu passen dann auch die leidenschaftlichen Sexszenen, die trotz ihrer expliziten Darstellung nicht voyeuristisch wirken, sondern Teil dieses Porträts werden.

Vor dem Hintergrund der andauernden Proteste in Frankreich gegen die Homo-Ehe könnte die Entscheidung der Cannes-Jury politisch wirken. Jury-Präsident Steven Spielberg betonte nach der Preisverleihung jedoch, dass sie das nicht gewesen sei. "Für mich ist der Film eine Liebesgeschichte voller Leidenschaft." Die Jury sei beeindruckt gewesen von der schauspielerischen Leistung und habe den Mut erkannt, der zu einem solchen Film gehöre.

Bildquelle: Imago/dpa

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