Campino: Rassismus muss man überstimmen

Campino: Rassismus muss man überstimmen
Campino © Cover Media

Campino (53) macht sich weiterhin gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus stark.

- Anzeige -

So kann man ihn besiegen

Der Sänger der Toten Hosen ('Hier kommt Alex') war schon immer politisch und dies drückt sich auch in seiner Musik aus. Seine Band gab vor zwei Jahren zusammen mit dem Sinfonieorchester der Robert Schuman Hochschule ein Konzert, bei dem sie sogenannte "entartete Musik" spielten - also Musik, die von den Nazis verboten worden war. Das Konzert kommt nun als Album heraus.

Für Campino ist es wichtig, zu erinnern und Haltung zu zeigen: "Fremdenhass wird wohl unauslöschbar bleiben, dafür bin ich Realist genug", erklärte Campino im Interview mit 'Ruhrbarone.de'. "Wir sollten uns lieber bewusst darüber werden, dass ein solcher Geist unter der Oberfläche immer vor sich hin schwelt. Dann braucht man sich von ihm nicht überraschen zu lassen. Rechtsextremes Gedankengut findet man in allen anderen Ländern, auf allen Kontinenten und in allen Schattierungen. Religiöser Fanatismus ist da letztlich nicht viel anders. Intoleranz und Ausgrenzung haben denselben Nährboden. In Deutschland leben wir in einer Demokratie, wir können einen solchen Geist nur besiegen, indem man ihn immer wieder überstimmt, um ihm dadurch keinen weiteren Raum zu bieten."

Schon in einem früheren Interview mit der 'Aargauer Zeitung' hatte sich der Musiker beunruhigt über den zunehmenden Rassismus in Deutschland geäußert und seine Mitmenschen dazu aufgefordert, sich einzumischen: "Sprüche, die bisher tabu waren, werden plötzlich gesellschaftsfähig, ohne dass jemand aufschreit. Da muss die Gesellschaft dagegenhalten. Man muss es sich im Supermarkt nicht mit ansehen, wenn einer runtergemacht wird, nur weil er nicht von hier ist. Da kann man etwas dagegen tun."

Campino und die Toten Hosen wollen da mit gutem Beispiel vorangehen - ihr Album 'Das Sinfonieorchester der Robert Schuman Hochschule & Die Toten Hosen spielen Entartete Musik: Willkommen in Deutschland - Ein Gedenkkonzert' erscheint am 30. Oktober.

Cover Media

— ANZEIGE —