Campino: "Der Punk geht weiter – nur anders"

Campino: "Der Punk geht weiter – nur anders"
Campino © Cover Media

Für Campino (54) ist der Punkrock alter Tage vorbei.

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Alles ändert sich

Gemeinsam mit den Toten Hosen ('Zehn kleine Jägermeister') macht der Deutschrocker seit den 80ern die Charts unsicher, dabei sang die Gruppe des Öfteren auch politische Lieder wie 'Friss oder Stirb', 'Standort Deutschland' und '1000 gute Gründe'. Heutzutage spiele seiner Meinung nach die Musik in Sachen Politik keine große Rolle mehr, was auch das Punk-Genre beeinflusst habe.

"Ich hatte als Teenager Helden, die mir vormachten, dass es wichtig war, politisch zu denken und anzuprangern, was Schei*e ist. Dass man Zivilcourage zeigen sollte", erklärte Campino im Gespräch mit 'express.de'. "Das war natürlich toll. Aber deshalb muss ich das jetzt nicht unbedingt von den Kids von heute erwarten."

Unpolitisch sei die Jugend deshalb aber nicht automatisch, zudem erlebe die deutsche Musikszene auf andere Weise einen Aufschwung. "Deutsche Jugendliche haben seit dem Zweiten Weltkrieg lange ihre kulturelle Vergangenheit ignoriert. Noch bis in die 80er-Jahre war es verpönt, deutsche Lieder zu hören", so der Düsseldorfer. "Inzwischen ist das völlig anders. Bands mit deutschen Texten sprießen wie die Blumen aus den Beeten."

Da sei zwar auch "viel Blech dabei, aber eben auch viel Gutes. Wer sich über Musik definiert und Protestlieder sucht, der wird sie auch heute finden. Der Punk geht weiter – nur anders", stellte die Bühnen-Ikone klar.

Mit der Vergangenheit des Punkrocks setzte sich Campino übrigens im Rahmen der ARTE-Doku 'Spuren des Punk' auseinander, die am 13. August um 21:50 Uhr ausgestrahlt wird. Dafür begab er sich nach London, wo er unter anderem mit Punk-Legenden wie Bob Geldof (64, 'The Great Song of Indifference') sprach. Für den Frontmann der Toten Hosen war die britische Hauptstadt auch stets ein "Mekka".

"Ich war 14 Jahre alt, als Punk dort explodierte, das ist jetzt 40 Jahre her", erinnerte er sich im Gespräch mit der 'B.Z.'. "Heute ist die Stadt für mich wie eine Ex-Freundin. Man war mal unheimlich eng miteinander. Und jetzt sieht man sich hin und wieder und ist bemüht, höflich miteinander umzugehen. Aber man hat sich nicht mehr so viel zu sagen." Ein Fan der Queen ist Campino aber bis heute, wie er außerdem enthüllte.

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