Bülent Ceylan: Viel persönlicher

Bülent Ceylan
Bülent Ceylan © Cover Media

Bülent Ceylan (38) hat sich früher hinter seinen Kunstfiguren Anneliese und Co. versteckt.

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"Mehr Bülent"

Die Ulknudel aus Mannheim ('Wilde Kreatürken') ist mit einer deutschen Mutter und einem türkischen Vater aufgewachsen und nimmt für sein Comedy-Programm gerne die Marotten von Deutsch-Türken und Mannheimern aufs Korn. Mit seinem aktuellen Programm 'Haardrock' ist er morgen in Fulda zu sehen und er versprach den Fans im Vorhinein, dass sie Persönlicheres von ihrem Idol erwarten können. "Diesmal ist es auch mehr Bülent. Ich habe früher viel mehr Figuren gespielt, das neue Programm ist viel persönlicher geworden, und ich bin mehr als ich - als Bülent - auf der Bühne. Aber natürlich sind Mompfred, Harald, Hassan und Anneliese weiterhin im Programm, das sind so die berühmtesten Figuren. Anneliese sowieso, seit Conchita Wurst, da ist sie noch begehrter", lachte der Scherzkeks mit den langen Haaren im Interview mit 'metal.de'. Diese Charaktere halfen dem Star auf der einen Seite, sich abzuheben, auf der anderen Seite aber auch, sich zu verstecken. "Vorher war es so, dass ich mich natürlich immer versteckt habe hinter den Charakteren. Andere haben dann immer zu mir gesagt, 'Du musst mehr Bülent sein, du bist doch voll der Typ und total sympathisch als Bülent. Harald, Hassan und Anneliese ... die sind ja alle ganz witzig, aber du als Bülent hast doch sicher auch was zu sagen.'" Doch der rockige Komiker, der 2009 sogar mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet wurde, war sich zunächst gar nicht sicher, ob das überhaupt der Fall war und er eine tolle Botschaft für die Leute hat. "Ich war dann immer unsicher: 'Was soll ich denn als Bülent sagen?'. Das fand ich komisch. Dann habe ich es aber probiert und mittlerweile ist es so, dass eben viel mehr Bülent drin ist und weniger Kunstfiguren", so der TV-Star im Gespräch mit der Publikation. Sein eigenes Ich habe im Vergleich zu seinen Rollen ja schließlich auch seine Vorteile: "Als Bülent kann ich mehr improvisieren, es kommt viel authentischer rüber. Eine Rolle ist doch immer eine Rolle, auch wenn man die natürlich authentisch spielen kann. Aber Bülent ist Bülent und da kann ich mich nur ganz wenig verstellen."

Das wollen seine Fans auch gar nicht. Sie lieben ihren Bülent auch ohne Kunstfiguren. Im Interview mit 'Westfälische Nachrichten' lobte er die Tatsache, dass die Kluft zwischen Deutschen und Türken nicht mehr so groß sei - das wäre in seiner Jugend ganz anders gewesen. "Es kommen immer mehr mit Migrationshintergrund zum Vorschein, die zeigen wollen: Wir sind da, wir sind integriert und wir können über uns selber lachen. Es kommt eine neue Generation", war er sich sicher. Während seiner eigenen Schulzeit auf dem Gymnasium gab es nämlich nicht viele Kinder mit Migrationshintergrund. "Ich weiß noch, ich war früher einer der wenigen Türken, der aufs Gymnasium gegangen ist, oder wenigstens kam es mir so vor. Wenn ich heute Schulen besuche, bin ich positiv überrascht, wie viele Türken auf Gymnasien gehen. Das wird immer normaler. Natürlich gibt’s auch noch die andere Seite: Jugendliche, die Ghettoslang reden, da muss man dran arbeiten. Da versuche ich, Aufklärungsarbeit zu leisten", sagte Bülent Ceylan.

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