Bruno Ganz hat das Theater hinter sich gelassen

Bruno Ganz hat das Theater hinter sich gelassen
Bruno Ganz © Cover Media

Jahrzehntelang stand Bruno Ganz (74, 'Heidi') für verschiedenste Produktionen auf der Bühne, in den vergangenen Jahren konzentrierte er sich aber lieber auf das Drehen von Filmen. Und auch privat besucht er nicht gerne Vorstellungen.

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"Nicht lustig, eher öde"

"Ich war neulich im Zürcher Stadttheater, das ist die Oper, um mir ein Ballett anzugucken. Das übrigens großartig war. Ich befinde mich in einer Art Dissens mit dem deutschsprachigen Theater. Ich finde es nicht so toll, was ich da sehe. Deswegen gucke ich es mir auch nicht mehr an", gab er im Interview mit 'NDR Kultur' offen zu. "Ich finde die Art und Weise und wie diese deutschen Superregisseure Ironie zum Programm gemacht haben und das, was sie als Freiheit betrachten, und dieses lustige Herumspielen mit dem Material, das interessiert mich nicht. Ich finde es nicht mehr ernsthaft. Ich finde es auch nicht lustig, eher öde. Mein Kopf hat nichts zu tun und eitel ist es auch. Extrem eitel."

Eitelkeit ist derweil eine Eigenschaft, die Bruno Ganz nicht liegt. Deshalb sieht er sich auch seine eigenen Filme nicht gerne an, selbst wenn sich dies manchmal nicht verhindern lasse. "Man sitzt irgendwo nach dem Drehtag und schaltet nachts um elf das Fernsehen ein, und dann sehen Sie Ihr Gesicht und eine ganz andere Stimme, eine ganz andere Sprache, und dann braucht man eine Zeit, bis man begriffen hat, dass man es selber ist, und dann guckt man eine Weile zu", lachte er.

Auf seine zahlreichen Filme kann Bruno Ganz ja eigentlich auch stolz sein und dennoch für die Zukunft, wünscht er sich vor allem eins: "Film! Und als nächsten hoffentlich den besten Film, den ich je gemacht habe. Ich bin offen für alles. Außer Porno", witzelte er im Gespräch mit der 'Augsburger Allgemeinen'.

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