"Bruder vor Luder": So ist der Film der Youtube-Stars

"Bruder vor Luder": So ist der Film der Youtube-Stars
Jessy (Milena Tscharntke) will sich zwischen Heiko (l.) und Roman drängen © Constantin Film Verleih

YouTube-Stars erobern schon seit einiger Zeit neue Plattformen und Formate für sich. Während LeFloid die Bundeskanzlerin interviewen und Bibi dem scheidenden Stefan Raab Schmink-Tipps geben durfte, stürmen die Zwillinge Roman und Heiko Lochmann die Kinoleinwand. "Bruder vor Luder" ist ihr erster Spielfilm, produziert wurde er von Oliver Berben.

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Die Lochis im Kino

Klassische Teenie-Komödie

Heiko und Roman Lochmann planen ihr erstes großes Konzert, die YouTuber haben längt eine riesige Fanbase aufgebaut. Die schüchterne Bella (Tara Fischer) schwärmt hinter ihrem iPad für die beiden Teenies und ihre ältere Schwester Jessy (Milena Tscharntke) wittert ihre Chance, ganz groß rauszukommen. Sie sieht sich selbst als "Fame-Bitch" und will sich einen der Zwillinge schnappen, um dann die Bühne und die weite Welt zu erobern. Ihre Wahl fällt auf Heiko und der 16-Jährige springt sofort auf ihre Reize an. Denn Jessy zwingt ihre kleine Schwester dazu, stumm im Rollstuhl zu sitzen, damit sie als Mutter Theresa Extra-Punkte sammeln kann.


Doch Roman hat ein Problem mit der aufkeimenden Liebe seines Bruders, immerhin steht das Konzert in Darmstadt kurz bevor. Er versucht alles, um die beiden Turteltauben auseinander zubringen. Doch nichts scheint zu funktionieren. Selbst die peinlichsten Auftritte, samt Durchfall und Penis-Malheur, schrecken Jessy nicht ab. Immerhin hat sie ein Ziel. Können die beiden ihrem Motto "Bruder vor Luder" wirklich treu bleiben?


Die Sache mit der Pubertät

Die Zielgruppe lässt sich bei "Bruder vor Luder" relativ leicht definieren. Der Film wurde auf die Bedürfnisse der Lochis-Fans zugeschnitten und sowohl die Youtuber als auch deren Zuschauer befinden sich in der Pubertät. Die Aussicht auf das erste Mal ist da offenbar genug Motivation, um alle Peinlichkeiten über sich ergehen zu lassen. In diesem pubertären Overkill liegt die einzige Stärke des Films: Roman und Heiko Lochmann schrieben gemeinsam mit Alexander Dydyna das Drehbuch und führten mit Tomas Erhart Regie. Das bedeutet, dass der Stil der Youtube-Videos, die bislang mehr als 1,7 Millionen Abonnenten erreichen, beibehalten wurde. Den Soundeffekten, schnellen Szenen und ihrem Humor bleiben sie treu. Fans wird das freuen, Neulinge könnten damit leicht überfordert sein.


Als im Juli "Kartoffelsalat" von Torge Oelrich alias Youtube-Comedian Freshtorge erschien, war die Enttäuschung groß: Unzählige Internet-Stars und einige namhafte Schauspieler, darunter Otto Waalkes, konnten den Film nicht retten. Die Witze waren zu altbacken und die Slapstick-Einlagen erinnerten kaum mehr an das junge, anarchische Internet, dem der Film entsprang. Bei "Bruder vor Luder" hingegen bleibt das Schaulaufen der Szene-Größen weitestgehend aus, der Film funktioniert auch ohne das Ausschlachten der deutschen Youtube-Community. Der Fokus bleibt auf den Zwillingsbrüdern, die sich in der Teenie-Komödie letztendlich selbst spielen und ihren Charme einfließen lassen.


Fazit

Für Fans ist "Bruder vor Luder" ein Muss und auch der Humor wird bei den Teenagern gut ankommen. Wer bisher nichts mit den beiden anfangen konnte, wird seine Meinung auch nach einem Kinobesuch nicht ändern.



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