Britisches Parlament: Queen Elizabeth II lebt zu verschwenderisch

Queen Elizabeth II.
Das Parlament wirft der Queen Geldverschwendung vor. © dpa, Facundo Arrizabalaga

Haushaltet die Queen etwa falsch?

Die Briten lieben das Königshaus und ihre Königin – aber sie kostet zu viel. Laut einem Parlamentsbericht lebt die Queen über ihre Verhältnisse. Jetzt hat der Rechnungsausschuss die Ausgaben des königlichen Haushalts kritisiert.

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Im Bericht des 'Public Accounts Comitees' heißt es, das Königshaus erwirtschafte zu wenig Einnahmen und habe zu viele Ausgaben. Besonders die Energie-Kosten seien in den veralteten Palästen extrem hoch. Aus Steuergeldern erhält das Königshaus eine Art Grundvergütung in der Höhe von rund 37 Millionen Euro im Jahr. Noch dazu kommen Zuwendungen, die für besondere Zwecke gedacht sind. Außerdem hat das Königshaus auch noch eigene Einnahmen.

Dieses Finanzierungsmodell existiert erst seit dem Jahr 2012 und wird vom Finanzministerium in der Theorie streng überwacht. Doch die Praxis sieht anders aus: Die Kontrollen seien zu lasch, kritisiert das Parlament. Um ganze 2,8 Millionen Euro soll der Palast laut Bericht sein Budget im vergangenen Haushaltsjahr überzogen haben. Die Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Margaret Hodge, sieht bei den Ausgaben ein "sehr großes Einsparpotenzial".

Die Folge der hohen Ausgaben: Der Palast musste an die Rücklagen, die im vergangenen Jahr auf ein historisches Tief von rund 1,2 Millionen Euro geschrumpft sind. Weiteres Ärgernis: Ein Drittel der Gebäude, die von dem Palast betreut werden, sind heruntergekommen. Ihr Zustand sei im März 2012 "unterhalb dessen, was der königliche Haushalt als angemessen betrachtet" gewesen, so Hodge.

Eine Möglichkeit, den Haushalt wieder aufzustocken, wäre es, den Buckingham Palace öfter für die Besucher aus der ganzen Welt zu öffnen. Derzeit ist der Palast bloß an 78 Tagen im Jahr der Öffentlichkeit zugänglich und lockt rund 500.000 Besucher an. Verglichen mit dem Tower of London ist das wenig, denn diesen besuchen jedes Jahr zwei Millionen Touristen. Mit der Verlängerung der Öffnungstage des Palastes wären die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern auch höher. Oder aber die Queen muss sparsamer wirtschaften.

Bildquelle: dpa

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