'Brighton Rock': Er liebt sie, er liebt sie nicht...

3 von 5 Punkten

Im Gangster-Film ‚Brighton Rock’ versucht Klein-Ganove Pinkie (Sam Riley, ’Control’) die an Naivität nicht zu übertreffende Rose (Andrea Riseborough) für sich zu gewinnen, weil diese nichtsahnend Augenzeugin eines Mordes seiner Gang wird. Das Problem: Er kann sie auf den Tod nicht ausstehen. Diese Anti-Liebesgeschichte mit zum Teil sehr unglaubwürdigen Charakteren schafft es trotz vielversprechender Storyline nicht, den Zuschauer in den Bann zu ziehen.

In den 60er-Jahren herrscht ein brutaler Bandenkrieg im englischen Brighton - mittendrin der junge Pinkie Brown, der wie besessen versucht, in der Gang-Hierarchie aufzusteigen. Dafür ist er auch bereit über Leichen zu gehen und ein feindliches Gang-Mitglied zu töten. Doch etwas läuft schief: Kurz vor seiner Bluttat entsteht zufälligerweise ein Foto auf dem er mit seinem Opfer und der leichtgläubigen Rose am Tatort abgelichtet wird. Um ihr Vertrauen zu gewinnen und sie von einer Polizeiaussage abzuhalten, beschließt Pinkie das Mädchen zu verführen. Sofort verfällt sie dem Charme des Bad Boys, und obwohl sie seine Wutattacken und Zurückweisungen stets mit blinder Liebe erwidert, kommen Pinkie immer wieder Zweifel, ob Rose auch wirklich schweigen wird…

'Brighton Rock' - der offizielle Trailer
'Brighton Rock' - der offizielle Trailer Kinostart: 21. April 2011 00:02:34
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In 'Brighton Rock' spielt Moral keine Rolle

Die auf dem gleichnamigen Roman basierende Geschichte scheint auf den ersten Blick viel Stoff für ein spannendes Drehbuch zu liefern - nur wird das vom Regisseur Rowan Joffe (’The American’) nicht wirksam umgesetzt. Der Film kommt nur sehr schleppend in die Gänge und scheint sich zum Teil in belanglose und wiederkehrende Dialoge zu verlieren.

Es gibt wohl nur wenige Filme, in denen der Protagonist von einem so unsympathischen Anti-Helden verkörpert wird wie Pinkie, ein abgrundtief böser Psychopath ohne jegliche Moralvorstellung. Die fast schon masochistisch veranlagte Rose ist sein genaues Gegenstück – und genau hier liegt das Problem. Trotz der soliden Schauspielleistung von Riley und Riseborough, wird man mit den einseitigen Hauptfiguren nicht warm. Im Gegenteil: Sie sind einem schon fast gleichgültig. Romantiker seien vorgewarnt: Hier wird schonungslos gezeigt, wie selbstzerstörerisch Liebe sein kann. Wer dennoch auf Filme steht, in denen noch Messer statt Pistolen geschwungen werden, darf sich auf den Kinobesuch freuen.

Von Mariana Jang

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