Brick Mansions: So ist Paul Walkers letzter Film

Brick Mansions: So ist Paul Walkers letzter Film

2,5 von 5 Punkten

Vor dem 30. November 2013 wäre 'Brick Mansions' nur ein gewöhnlicher Actionfilm aus Hollywood gewesen. Doch jetzt wird der Film vor allem aus einem Grund in Erinnerung bleiben: Es ist der letzte Film, den Paul Walker vor seinem Tod abgedreht hat. Ausgerechnet der Mann, der in 'The Fast and the Furious' mit schnellen Autorennen zum Star wurde, kam Ende letzten Jahres wegen überhöhter Geschwindigkeit bei einem tragischen Unfall ums Leben. Für alle, die Paul Walker noch einmal in gewohnter Action-Manier auf der großen Leinwand sehen wollen, ist 'Brick Mansions' also ein Muss. Schade allerdings, dass der Film außer viel Action sonst nicht viel zu bieten hat.

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Von Mariana Jang

Der Filmtitel 'Brick Mansions' ist der Name eines von Mauern abgeschotteten Ghettos in Detroit, in das nicht einmal mehr Polizisten einen Fuß reinsetzen. In dem Gangsterviertel, das von brutaler Gewalt und hoher Kriminalität geprägt ist, hat Drogenboss Tremaine (RZA, 'G.I. Joe – Die Abrechnung') das Sagen. Eines Tages bekommt Polizist Damien Collier (Paul Walker, 'The Fast and the Furious') den Auftrag, sich undercover in das gefährliche Gebiet einzuschleusen, um dort eine Bombe zu entschärfen, die ganz Detroit zu zerstören droht. Zu diesem Zweck tut sich Collier mit dem Ex-Sträfling Lino (David Belle, 'Babylon A.D.') zusammen, der die Gegend wie seine Westentasche kennt. Doch eigentlich befinden sich die beiden auf ganz eigenen Missionen: Während Collier den Tod seines Vaters rächen will, versucht Lino seine als Geisel gehaltene Freundin aus Tremaines Fängen zu befreien.

'Brick Mansions' - ein Remake von Luc Besson

Die Vorlage für 'Brick Mansions' lieferte der französischen Film 'Ghettogangz – Die Hölle vor Paris' aus dem Jahr 2004, für den Luc Besson sowohl als Drehbuchautor als auch Produzent tätig war. Auch beim amerikanischen Remake hat Besson wieder als Produzent mitgemischt und David Belle übernahm ein weiteres Mal die Rolle des Kleinganoven. Belle, der zu den Mitbegründern der Fortbewegungskunst Parkour gehört, beeindruckt in dem Film mit halsbrecherischen Stunts und atemberaubenden Sprüngen zwischen den Häuserreihen. Das macht er mit einer solchen Leichtigkeit, dass sie beinahe wie ein durchchoreografierter Tanz in einem Musikvideo aussehen. Damit stellt er seinen Gegenspieler Paul Walker fast schon in den Schatten, der ohnehin eine vergleichsweise passive Rolle einnimmt. Weniger passiv, aber dafür umso flacher sind die weiblichen Nebenrollen gezeichnet. So fungieren sie lediglich als schönes Beiwerk, die entweder in knappen Miniröcken oder Lack- und Leder-Outfits durch die Gegend laufen. Selbst als es unter ihnen zu einem Kampf kommt, erinnert das Ganze mehr an einen Softporno als ein ernstzunehmendes Handgemenge.

Es ist schon seltsam zu sehen, wie Paul Walker, der bei einem tragischen Unfall ums Leben kam, gleich mehrere Male mit dem Auto gegen eine Wand kracht. Wie schon in 'The Fast and the Furious' hatte der Surferboy mit den stahlblauen Augen seine Paraderolle als Actionheld übernommen. Schade nur, dass Walker hinter seinen Möglichkeiten zurückblieb und auch in seinem leider letzten Film wieder einen seiner fast austauschbaren Rollen des netten Jungen von nebenan übernahm. Das Potenzial auch für tiefgründiger angelegte Rollen hatten viele Kritiker in ihm gesehen. Und obwohl Walker zu Lebzeiten nie zu den ganz Großen im Filmgeschäft gehörte, bewegte sein Tod die Menschen auf der ganzen Welt. Wer sich also nicht daran stört, dass in 'Brick Mansions' mehr Wert auf Action als auf eine anspruchsvolle Geschichte gelegt wird, der kann sich den Film getrost anschauen - für alle Fans von Paul Walker sowieso ein Muss.

Kinostart: 5 Juni 2014

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