Böhse Onkelz: Darum das Comeback

Stephan Weidner
Stephan Weidner © Cover Media

Die Böhsen Onkelz sind "allesamt keine Rock-Opas" und feiern deswegen ihr Comeback. 

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Es war nicht leicht

Selten hat eine Band so polarisiert wie die Deutschrocker ('Bomberpilot'), die sich 2005 nach einer zwar sehr erfolgreichen, aber mindestens genauso umstrittenen Karriere auflösten. Damit war die Gruppe aber nicht aus den Schlagzeilen raus: Frontmann Kevin Russell (50) setzte sich am 31.12.2009 im Drogenrausch hinters Steuer und baute einen Autounfall, bei dem zwei Männer fast ihr Leben verloren. Im Oktober 2010 wurde er dafür zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Heute, nachdem das Comeback beschlossene Sache und das Doppelkonzert auf dem Hockenheimring ausverkauft ist, gaben Russell und seine Kollegen Stephan Weidner (50), Pe Schorowsky (49) und Gonzo Röhr (51) 'Metall Hammer' ein Interview. Die aktuelle Ausgabe des Musikmagazins erscheint morgen, die 'Bild'-Zeitung durfte schon erste Zitate abdrucken. Darin erklärte Weidner, dass ein Comeback zunächst unwahrscheinlich schien: "Ich habe mich in den letzten neun Jahren sehr weit aus dem Fenster gelehnt, schloss eine Wiedervereinigung kategorisch aus und habe sogar einen Song geschrieben, der mich daran erinnern sollte, nicht wortbrüchig zu werden." Auch Röhr war anfangs nicht von der Idee begeistert, wieder mit seinen früheren Kollegen Musik zu machen: "Kevin besuchte mich bei einem Konzert in Bad Homburg und sprach mich auf eine Reunion an. Aber das ging mir zu schnell." 

Dass die Onkelz nun doch bald wieder live rocken, liegt auch daran, dass Kevin Russell seine Drogensucht besiegt hat. Schorowsky betonte: "Ich war im Grunde immer für ein Comeback, habe aber kein Licht am Ende des Tunnels gesehen. Die Dinge fügten sich nun aber zusammen. Kevin war clean, Stephan willig, und zu guter Letzt hat Gonzo auch noch unerwartet auf Grün geschaltet."

Das Doppelkonzert am 20. und 21. Juni wird nicht das einzige bleiben. "Abgeschlossen wird das Kapitel nach dem Hockenheimring garantiert nicht", betonte Röhr, während Russell lachte: "Stephan hatte immer die Befürchtung, als alter Mann auf der Bühne zu enden - ja, scheiß drauf! Wir sind allesamt keine Rock-Opas!" 

Ihr großes Abschiedskonzert spielten die Jungs im Juni 2005, das Band-Aus hatten sie aber schon im Mai 2004 auf ihrer Homepage verkündet. Damals schrieben sie ihren Fans: "Die Onkelz hatten nie die Ambition, als Rockeremiten mit ergrautem Haar auf dem Rockolymp anzukommen, sondern wenn mit vollem Elan und nicht schon auf dem absteigenden Ast sitzend." Bis zu ihrer Auflösung hatten die Böhsen Onkelz 18 Alben veröffentlicht, fünf davon landeten auf Platz 1 der deutschen Charts. 

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