Böhmermann und Schulz: So anders und doch so gleich

Böhmermann und Schulz: So anders und doch so gleich
Ab 2016 haben Olli Schulz (l.) und Jan Böhmermann eine gemeinsame Talk-Show © ZDF/Philippe Fromage

Es passt beim Duo Jan Böhmermann (34) und Olli Schulz (40, "Schulz in the Box"), manchem Fan der wöchentlichen Radiosendung "Sanft & Sorgfältig" auch als Handpuppen Fidi und Bumsi bekannt. Böhmermann, die intellektuelle TV-Instanz, die stets beteuert, "kein Zyniker" zu sein, hat mit dem "Neo Magazin Royale" das Spartenprogramm in fester Gewalt. Schulz, dem "Blödel-Barden" wider Willen, würde man hingegen am liebsten tagelang dabei zuhören, wie er Anekdoten aus seinem einstigen Leben als Roadie zum Besten gibt. Im Interview mit der "FAZ" verraten die beiden, wieso sie so unterschiedlich und doch so gleich sind - und warum es letztendlich nur ums Geld geht.

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Radio-Duo im Interview

Zur Beobachtung, dass die beiden Radio-Kollegen "sehr unterschiedliche Temperamente" aufweisen würden, entgegnet Böhmermann: "Total. Ich bin eher ein Kopf-Typ und denke viel nach. Olli denkt auch viel nach, aber er ist der Impulsivere und Emotionalere von uns beiden. Ich bin eher jemand, der gerne allein ist. Ich habe einfach keinen Bock auf Leute. Das hat Olli auch nicht, aber er ist trotzdem ständig von Leuten umgeben. Olli ist überall, und ich bin nirgends."


Schulz will Geld verdienen - ganz einfach

Wenn es um das Showgeschäft geht, ist Schulz ein Spätberufener. Erst als sich seine 30er schon allmählich verabschiedeten startete seine Medien-Karriere so richtig. Und warum strebte er nach einem Leben im Rampenlicht? "Es gibt Geld", so die knappe Antwort des Musikers. Dann ergänzt er: "Hand aufs Herz: Ich war schon mit 18 Musiker und wollte erfolgreich werden, habe mich aber nicht berufen oder talentiert genug gefühlt. Aber ich habe immer sehr viel darum gekämpft, Geld zu verdienen."


In "Sanft & Sorgfältig" begeben sich die beiden in regelmäßigen Abständen auf die Grandwanderung zwischen Pimmel-Witz und ernsthaftem Diskurs über das Weltgeschehen. Natürlich wurde da auch schon des Öfteren Fremdenhass ob der Flüchtlings-Krise besprochen. Kein leichtes Thema, befindet Schulz, gerade weil man als Person der Öffentlichkeit aufpassen müsse: "Ich bin da sehr zwiegespalten. Es gibt immer wieder Leute, die das für ihr eigenes Ego instrumentalisieren. Viele sagen: ,Nazis sind Scheiße' - das ist mir zu wenig. Das habe ich mit 19 bei der Antifa auch gebrüllt, bis die Goldenen Zitronen, eine Band, ich ich immer geschätzt habe, gesungen haben: ,Nazis raus - ja, wohin denn?' Hier gehören sie hin, denn hier kommen sie her."


"Influenza ist auch ein anderes Wort für Grippe"

Angesprochen auf den YouTuber Sami Slimani, der sich als "Influencer" sieht und mit dem sich Böhmermann schon diverse Privat-Scharmützel geliefert hat, entgegnet der TV-Entertainer: "Influenza ist auch ein anderes Wort für Grippe. "Wenn du so weit denkst, dann ist der nächste Schritt zu sagen, ich nehme jedes Werbeangebot an und mache jeden Scheiß mit."


Dass die Chemie zwischen Böhmermann und Schulz einfach stimmt und Laune macht, auf diesen Trichter ist man inzwischen auch beim ZDF gekommen. Ab 2016 werden sie in einer Talkshow auf ZDFneo einmal mehr gemeinsame Sache machen - "polemisierend, gerne provozierend", so der Sender. "Roche & Böhmermann" ohne Charlotte Roche (37) quasi.



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