'Blue Valentine': Bitter-süße Liebesgeschichte

3 von 5 Punkten

Schade, dass es so oft die ganz besonders verliebten Film-Paare nicht schaffen, zusammen zu bleiben. Dem smarten Dean (Ryan Gosling) und der hübschen Cindy (Michelle Williams), die im Drama ‚Blue Valentine’ ein gescheitertes Ehepaar spielen, hätte das wirklich jeder gewünscht. Vielleicht gehen gerade deshalb viele Szenen so richtig unter die Haut, denn beide Schauspieler spielen ihre Rolle mit viel Gefühl und zeigen, wie zerbrechlich die Liebe ist.

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Cindy (Michelle Williams) und Dean (Ryan Gosling) stehen am Ende ihrer Ehe. Die hübsche, blonde Hebamme und der Studienabbrecher haben sich in den acht Jahren ihrer Ehe auseinander gelebt. Dean will das nicht wahr haben. Er liebt seine Frau und auch die gemeinsame Tochter Frankie (Faith Wladyka) über alles. Doch Cindy will raus aus der Beziehung. Sie hat genug von ihrem Ehemann, der morgens schon Alkohol trinkt, sich gehen lässt und mit seinem ‚kleinen‘ Leben zufrieden ist. Aus dem coolen, charmanten Typen ist mit den Jahren ein leicht aus der Form geratener Mann mit Geheimratsecken geworden. Ein Typ, träge und ohne berufliche Perspektive, der ewig in schmuddeligen Klamotten rumläuft. Dabei hat alles so romantisch angefangen…

Der Lebenskünstler Dean Pereira (Ryan Gosling) und die Medizinstudentin Cindy Heller (Michelle Williams) lernen sich durch Zufall in einem Altenheim kennen. Cindy besucht dort regelmäßig ihre Oma und Dean kümmert sich um einen alten, einsamen Mann. Die beiden verlieben sich unsterblich ineinander. Als Cindy schwanger wird, heiraten sie kurzentschlossen.

Es ist viel Liebe zwischen Dean und Cindy und doch schaffen sie es nicht, sich dem Alltagstrott zu entziehen. Immer häufiger streitet sich das Ehepaar. Es geht um die typischen Kleinigkeiten: Eifersucht, die Erziehung des Kindes, sein Job, Alkohol…

Trotzdem versuchen die beiden ihre zerbrechende Ehe zu retten. Das Paar nimmt sich eine kleine Auszeit, um eine Nacht in einem luxuriösen Stunden-Motel außerhalb der Stadt zu verbringen. Doch das geplante Schäferstündchen endet in einem Desaster. Ein Streit zwischen den beiden eskaliert nach einem missglückten Versuch miteinander zu schlafen. Cindy lässt den total betrunkenen Dean im Motel zurück und läutet damit einen unausweichlichen Rosenkrieg ein.

Regisseur Derek Cianfrance zeigt in Zeitsprüngen die entgegen gesetzte Entwicklung von Cindy und Dean: Von der anfänglichen großen Liebe der beiden bis hin zu Zerstörung und Hass. Sowohl die meist ungeschminkte Michelle Williams als auch der gutaussehende Ryan Gosling spielen ihre Rolle mitreißend und sehr emotional. Der Zuschauer kommt den beiden Hauptdarstellerin ganz nah, leidet mit ihnen, schaut ihnen beim Seelenstriptease zu. ‚Blue Valentine‘ wird von den beiden hervorragenden Schauspielerin getragen, die Geschichte als solche ist weder außergewöhnlich noch unvorhersehbar. Die Streitszenen sind nervig und langweilen nach den immer wiederkehrenden gleichen Beschimpfungen. Das Wort ‚Wichser‘ ist eins der meistgenannten Worte in einigen Schlussszenen des Films.

Die Sexszenen sind dagegen durchaus erotisch und Michelle Williams hübsch anzusehen, trotzdem springt der Funke nicht über. Vielleicht trägt das spacige Blau und Silber des Motel-Zimmers zur leicht unterkühlten Stimmung bei.

Fazit: Eine kleine, ganz ‚normale‘ Alltagsgeschichte, die lediglich durch Michelle Williams und Ryan Gosling ein kleines bisschen größer wird.

Von Britta Ploetner

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