Bieber-Fieber in 3D: 'Justin Bieber: Never Say Never'

3,5 von 5 Punkten

Süße, maunzende Kätzchen, lachende Babys, tollpatschige Partygäste – in dieser bunten YouTube-Welt beeindruckt ein singendes und trommelndes Kind die Menschen und wird in kurzer Zeit zu einem einzigartigen Pop-Phänomen. Ein Kind, das mit gerade einmal 16 Jahren den legendären New Yorker 'Madison Square Garden' füllt und von Millionen Teenagern auf der ganzen Welt verehrt wird. Justin Bieber wurde bisher von den meisten Erwachsenen völlig unterschätzt. Das wird sich aber ganz sicher sehr bald ändern.

Und das hat einen ganz einfachen Grund: Der dokumentarische 3D-Film über den kanadischen Teenie-Superstar zeigt die erstaunliche Geschichte einer besonderen musikalischen Begabung, die sich wie von selbst ihren Weg aus dem heimischen Wohnzimmer in ein feuerwerkumrahmtes Konzert in einer der ehrwürdigsten Arenen der Welt gebahnt hat. Der Countdown bis zum Auftritt im 'Madison Square Garden', in dem die größten Namen des Rock und Pop gesungen haben, ist der dramaturgische Rahmen, innerhalb dessen sich die Dokumentation 'Never Say Never' bewegt. Bis zu diesem Punkt wird das Phänomen Justin Bieber von Anfang an porträtiert – und das ist fast wörtlich zu nehmen.

Die noch sehr jungen Eltern Biebers haben bereits ganz früh die musikalischen Gehversuche ihres Sprösslings auf Video gebannt, um den Verwandten in ganz Kanada via Internet zu zeigen, was der Knirps so auf dem Kasten hat. Und als Zuschauer staunt man nicht schlecht, wenn man sieht, wie selbstverständlich ein Vierjähriger auf dem Küchenstuhl die kompliziertesten Rhythmen mühelos nachtrommelt und sich fast alleine das Schlagzeug-, Gitarre- und Klavierspielen beibringt.

Ein Wunderkind, mag man im Affekt denken, aber zumindest eines wird sehr schnell klar: Ein Kind mit einem solchen Talent muss sich entwickeln können. Und das haben Biebers Eltern zweifellos zugelassen und gefördert. Als Achtjähriger nimmt er an den ersten Gesangswettbewerben teil und begeistert das Publikum mit seinen Auftritten. Auch diese Videos stellen die Eltern ins Netz, ebenso wie zahlreiche andere heimische Aufnahmen, auf denen der Kleine seine ganzen Lieblingshits rauf- und runter trällert. Der Rest ist Geschichte: Ein Musikproduzent wird auf ihn aufmerksam, stellt den Kontakt zu R’n’B-Star Usher her – und es kommt, wie es kommen muss: Justin Bieber erobert die Mädchenherzen der Welt im Nu.

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Dass bei diesem wahnsinnigen Erfolg die sozialen Internet-Netzwerke eine unglaublich wichtige Rolle einnehmen, ist der ganz besondere Clou in der Entwicklung eines der jüngsten und erfolgreichsten Popstars der Welt. Über Twitter beispielsweise lässt Justin Bieber seine Millionen Fans ständig an seinen Gefühlsregungen teilhaben. Und so kommt es kurz vor dem legendären Auftritt im 'Madison Square Garden' zu einem der spannungsgeladenen Momente der Doku, wenn Bieber wegen einer Rachenentzündung ein Konzert absagen muss. Natürlich schweren Herzens, weil er seine zahlreichen Fans nicht enttäuschen will, aber von den Ärzten und Betreuern dennoch dringend angeraten - möchte er den wenige Tage später stattfindenden Auftritt in New York nicht riskieren. Kränklich im Bett liegend twittert Bieber erstmal eine Entschuldigung an all seine Fans, und die werden es ihm sicherlich verziehen haben.

Erst recht, wenn sie diese gelungene und von Anfang bis Ende absolut unterhaltsame Dokumentation gesehen haben. Und wenn Justin Bieber das erste Mal mit sehnsuchtsvollem Blick von der Bühne in 3D-Qualität in den Kinosaal hineingreift – spätestens dann wird jedes Teenie-Herz dahinschmelzen. Und die Eltern, die für ihre Kids mit ins Kino kommen, werden wahrscheinlich spätestens nach diesem Bieber-Maxi-Werbeclip zumindest eines realisieren: Dass man diesen mittlerweile 17-jährigen Sänger vielleicht unterschätzt hat – und dass man in Zukunft garantiert noch viel mehr von dem Ausnahmetalent hören wird. Ob Segen oder Fluch, muss jeder selbst entscheiden…

Von Norbert Dickten

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