Hollywood Blog by Jessica Mazur

Beyonce Knowles für Barack Obama

Beyonce Knowles für Barack Obama
Beyonce Knowles für Barack Obama

von Jessica Mazur

Ich muss gestehen, mich hat das Präsidentschaftswahl-Fieber gepackt. Das ist einerseits völlig unnötig, da ich schließlich mit Visum in den Staaten lebe und hier somit überhaupt nicht wahlberechtigt bin, andererseits aber auch verständlich, denn was die Demokraten rund um Barack Obama hier derzeit auf die Beine stellen, habe ich so noch nicht gesehen. Seit Montag findet in Denver ja die viertägige 'Democratic National Convention' statt, die am Donnerstag damit enden wird, dass Barack Obama offiziell die Nominierung seiner Partei zum Präsidentschaftskandidaten annimmt. Vier Tage, an denen live auf mehreren Kanälen übertragen wird, wie rund dreißig bis vierzig Demokraten pro Tag im Pepsi Center in Denver ihre Reden halten. Glaubt mir, dreißig bis vierzig politische Reden pro Tag und das vier Tage am Stück, da wäre ich normalerweise die Erste, die meckert "Oh Gott, wie langweilig, wo ist die Fernbedienung?"

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Aber denkste, denn wenn es darum geht, eine gute Show zu machen, dann haben die Amis echt den Bogen raus, und deshalb läuft hier in Hollywood an diesen Tagen auch in den meisten Häusern der Fernseher 'twenty-four-seven'.

Es ist aber auch wirklich sehr unterhaltsam, bei der Convention zuzuschauen, denn zum einen, weiß jeder, der schon mal amerikanische Zuschauer erlebt hat, dass das amerikanische Publikum gerne zum Ausrasten neigt, sprich, kollektiv tanzt, singt, sich umarmt, weint und ohne müde zu werden Fähnchen schwingt und genau so verhalten sich auch die rund 35.000 Parteifreunde im Pepsi Center, und zum anderen sorgen natürlich auch unzählige Celebrities dafür, dass bei der Veranstaltung der Entertainment Faktor nicht zu kurz kommt. Promis, wie Charlize Theron, Anne Hathaway oder Susan Sarandon sind extra nach Denver gereist, um ihren Support zu zeigen und Kanye West, Fall Out Boy, Melissa Etheridge u.a. sorgen für die musikalische Untermalung.

Das Politik-Fieber ist in Hollywood derzeit sogar so stark verbreitet, dass es die Modewelt beeinflusst. Stars, wie Halle Berry, Joel Madden, Beyonce Knowles oder Alicia Keys gehen nämlich kaum noch ohne ihr 'Barack Obama - Vote für Change' aus dem Haus.

Nur Obamas eigene Frau, Michelle, ist diesem Trend nicht verfallen und hielt ihre Rede am Montag in einem blauen, knielangen Kleid. Eigentlich nicht weiter interessant, aber die Fashion-Redakteure aller großen Tageszeitungen stürzten sich wie Besessene auf das gute Stück (also das Kleid, nicht die Frau) und analysierten es genauestens auf Länge, Farbe, und Wirkung, als ob von dem Kleid die ganze Präsidentschaftswahl abhängen würde...;-)

Wie gesagt, Wahlfieber wohin das Auge reicht. Und das, obwohl das Highlight ja noch kommt: die Rede von Obama. Diese hält Barack am Donnerstag live vor 75.000 Leuten, dazu singt Oscargewinnerin Jennifer Hudson die Nationalhymne und  Jon Bon Jovi und Bruce Springsteen holen ihre Gitarren raus. Man darf also wieder eine gigantische Show erwarten, denn die Grenzen zwischen Entertainment und Politik sind dieser Tage in Amerika fließend. Warum auch nicht? Es muss halt nur am Ende was Vernünftiges dabei herauskommen...!

So jetzt muss ich aber wieder vor den Fernseher, den Amis beim Ausrasten zuschauen und beobachten, wie Promis wie Jennifer Garner und Jessica Alba sich Tränen der Rührung von den Wangen tupfen...;-)

Viele Grüße aus Lalaland von Jessica Mazur.

 

Beyonce Knowles für Barack Obama
© Bild: Jessica Mazur