Bewährungsstrafe für Nadja Benaissa

Bewährungsstrafe für Nadja Benaissa
© dpa, Boris Roessler

Urteilsspruch gegen die Sängerin

'No Angels'-Sängerin Nadja Benaissa muss nicht ins Gefängnis. Sie ist vom Amtsgericht Darmstadt zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss sie 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich in ambulante psychologische Behandlung begeben.

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Bei der Erklärung des Richters weinte Nadja laut RTL-Prozessbeobachtern. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Benaissa sich der gefährlichen Körperverletzung sowie der versuchten gefährlichen Körperverletzung in zwei Fällen schuldig gemacht hat. Richter Dennis Wacker sagte, dass Benaissa den von ihr angesteckten Mann "zu keinem Zeitpunkt über ihre HIV-Infektion aufgeklärt" habe. Zwar wollte sie ihn nicht anstecken, habe es aber billigend in Kauf genommen.

Zu Beginn des ersten Prozesstags am 16. August zeigte Nadja Reue und gestand, trotz der ihr bekannten HIV-Infektion ungeschützten Sex gehabt zu haben. "Es tut mir aber von Herzen leid", sagte sie unter Tränen beim Prozessauftakt. Sie habe 1999 bei einer Schwangerschaftsuntersuchung von der Erkrankung erfahren, sie aber verdrängt. Der 34-jährige Nebenkläger, der sich höchstwahrscheinlich bei Benaissa angesteckt haben soll, warf ihr vor: "Du hast viel Leid in die Welt gebracht."

Bewährungsstrafe für Nadja Benaissa
© dpa, Boris Roessler

Am zweiten Prozesstag, dem 19. August, sagten zwei weitere Sexualpartner aus, ein weiterer war nicht erschienen. Ein dritter Mann entlastete dabei die Sängerin und sagte aus, dass Nadja ihm die HIV-Infektion nie verschwiegen haben soll - und sehr verantwortungsvoll damit umgegangen sei. Am Ende des Prozesstags sagte der Anwalt des Nebenklägers Hans-Dieter Henkel: "Eine Bewährungsstrafe ist realistisch."

Ein Sexualpartner, mit dem Nadja von 1999 bis 2000 eine Beziehung führte, sagte am dritten Prozesstag am 23. August vor dem Amtsgericht Darmstadt aus. Auch ihm soll sie von Anfang an von ihrer HIV-Infektion erzählt haben. Gleich am ersten Abend habe sie ihn mit den einleitenden Worten: "Es gibt da etwas, was du wissen solltest…" über ihre Infektion aufgeklärt, wie eine RTL-Prozessbeobachterin berichtet.

Zu Beginn des vierten Prozesstags am 25. August hatte ein Gutachter zur HIV-Erkrankung des Nebenklägers ausgesagt, dass die Sängerin "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Quelle für die Infektion war". In den anschließenden Plädoyers forderten die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung Bewährungsstrafen für die Sängerin. Der Staatsanwalt hielt der 28-Jährigen ihr Geständnis und die Schuldeinsicht zu Gute. "Es tut mir leid - und es wird mir immer leid tun! Ich habe riesige Fehler gemacht. Ich weiß nicht, was ich noch sagen soll. Aber bitte richten sie ihm das aus!", so Benaissas letzte Worte laut RTL-Prozessbeobachtern vor Gericht.

Nadja Benaissa soll zwischen 2000 und 2004 fünf Mal mit drei Männern ungeschützten Sex gehabt haben, so die Anklage. Nachdem die Zeugen gehört wurden und ein Mann nicht erschienen war, wurde die Anklage wegen versuchter Ansteckung eingestellt. Der Popstar war im April 2009 festgenommen worden und hatte zehn Tage in Untersuchungshaft gesessen.

(Fotos: dpa)

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