Bettina Zimmermann: "Lügen kommen immer heraus"

Bettina Zimmermann: "Lügen kommen immer heraus"
Bettina Zimmermann in "Zum Teufel mit der Wahrheit" mit ihrem Film-Partner Christoph M. Ohrt © SAT.1/Charlie Sperring

Lügen haben schöne Beine - zumindest in der Komödie "Zum Teufel mit der Wahrheit!" (Dienstag, 20:15 Uhr in Sat.1): Denn Bettina Zimmermann (40, "Angélique") alias Kathrin kann plötzlich nicht mehr lügen - und das stellt nicht nur ihr ganzes Leben, sondern auch das Verhältnis zu ihrem Ex-Mann (Christoph M. Ohrt) und ihrem attraktiven Lover (Eugen Bauder) auf den Kopf.

- Anzeige -

Schauspielerin im Interview

Eigentlich wollte Kathrin nur ihre Allergie loswerden. Doch von ihrer chinesischen Therapeutin bekommt sie eine Arznei mit ganz anderer Wirkung: Die Journalistin kann nicht mehr lügen und schleudert jedem unverblümt ihre Meinung entgegen! Mit weitreichenden Folgen: Ein Interview mit einem berühmten Schauspieler geht derart daneben, dass sie kurzerhand gefeuert wird. Im Interview spricht die Schauspielerin über ihre ganz eigenen kleinen Lügen im Alltag und ihr Leben als Mutter einer Patchwork-Familie.

 

Zum Teufel mit der Wahrheit: Glauben Sie, dass Lügen das Leben vereinfachen können?

 

Bettina Zimmermann: Vielleicht für den Moment, in dem man durch Lügen eine Situation oder ein Thema beendet oder in eine für sich angenehme Richtung geführt hat. Auf Dauer gesehen kommt aber immer alles heraus und erschwert doch vieles. Daher bin ich immer für offene und ehrliche Worte.

 

Wann greifen Sie zu Lügen? Wann zu Notlügen?

 

Zimmermann: Ich versuche grundsätzlich, Lügen zu vermeiden. Das funktioniert natürlich im Alltag nicht immer. Alleine schon bei der Beantwortung von Floskeln wie: "Hey, wie geht es Dir?", sagen doch bestimmt 95 Prozent der Leute "gut", um nicht jedem gleich die komplette Lebensgeschichte erzählen zu müssen. Und meist interessiert es das Gegenüber ja sowieso nicht, es sei denn, es gehört zur Familie oder zum engeren Freundeskreis. Es sind einfach Floskeln. Oder fast alle Eltern lügen ja, wenn sie vom Weihnachtsmann erzählen. Aber das sind wunderschöne Lügen, die die Kinder einfach mehr Kind sein lassen und den Erwachsenen ein Stück Kindheit zurückbringen. Aber generell gilt, wenn es um wichtige Gespräche und Themen geht: Lügen sind zu vermeiden.

 

Wem würden Sie gerne mal die ungeschminkte Wahrheit sagen?

 

Zimmermann: Die ungeschminkte Wahrheit hört sich oft so böse, so negativ an. Man verbindet damit immer gleich Streit oder lautes Geschrei. Das muss sie ja gar nicht sein. Und Menschen, die einem am Herzen liegen, einem nicht egal sind, sollte man gar nicht erst anlügen - nur, wenn es um Geburtstagsüberraschungsfeiern geht!

 

Was würde sich Ihrer Meinung nach im Alltag ändern, wenn es tatsächlich ein "Wahrheits-Serum" gäbe, das alle zur Wahrheit zwingt?

 

Zimmermann: Vieles. Am Anfang würde es überall Chaos und eine Achterbahn der Gefühle geben. Nach einiger Zeit, würde es sich dann aber legen und am Ende kann sich jeder über das Gesagte seines Gegenübers sicher sein: Es ist die Wahrheit!

 

Sie leben in einer Patchwork-Familie, sie haben selbst Kinder. Wo endet Ihre Toleranzgrenze bei Lügen?

 

Zimmermann: Wenn es die Grenze des Flunkerns übersteigt. Die Kinder wissen auch, wenn sie die Wahrheit sagen, kommen sie bei mir eher weiter.

 

Sie selbst sind eher der natürliche Typ: Haben Sie Ihr Äußeres schon mal für einen Mann verändert?

 

Zimmermann: Nein. Entweder werde ich so akzeptiert und geliebt wie ich bin oder nicht! Äußerlichkeiten sind vergänglich. Eine Floskel, aber es stimmt. Ich möchte doch einen Partner neben mir haben, der mit mir gemeinsam älter wird und mich nicht austauscht, wenn mein Äußeres nicht mehr stimmt.

— ANZEIGE —