Hollywood Blog by Jessica Mazur

Berlinale-Blog: Reizthemen Borat und Botox: Madonnas Hauptdarsteller Eugene Hutz

Berlinale-Blog: Reizthemen Borat und Botox: Madonnas Hauptdarsteller Eugene Hutz
Berlinale-Blog: Reizthemen Borat und Botox: Madonnas Hauptdarsteller Eugene Hutz

von Jessica Mazur

Ich hatte es ja bereits angekündigt, mein Interview mit Eugene Hutz, dem Hauptdarsteller aus Madonnas Erstlingsfilm Filth And Wisdom, und ich hatte es mir schon schräg vorgestellt. Schließlich mimt der Frontmann der Gypsy-Punkband Gogol Bordello einen Typen, der seine Kohle damit verdient, S/M-Fetischisten seine Stiefel lecken zu lassen. Die hat er zum Glück bei unserem Treffen nicht an, aber dafür seine mit bunten Aufklebern verzierte Gitarre dabei. Er schafft es, mit fast einer Stunde genauso viel Verspätung wie Madonna einzufahren, weil er, höflich gesagt, ziemlich redselig ist und sich die aufgebrezelten Journalistinnen aus seiner ukrainischen Heimat auch noch Autogramme holen. Kein Wunder, dass der Mann ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein hat.

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Als ich gerade ziemlich ungeduldig werde, setzt er sich zu mir und beginnt erstmal, ein Ständchen zu geben. Dann versuche ich, mich mit ihm zu unterhalten. Madonna mochte unsere Musik, weil sie einfach exzellent ist. Bescheidenheit ist seine Sache nicht. Dann kriegt er sich aber wieder ein und plaudert ganz nett mit mir darüber, wie zwei so ausgeprägte Künstlerpersönlichkeiten wie er und Madonna es an einem Filmset miteinander aushalten konnten. Auch von der geheimen Premierenparty in der Troststraße erzählt er. Das hatte Madonna nämlich ganz geschickt eingefädelt. Sie mietete in zwei In-Discos ganze Etagen an, um die Presse abzulenken und dann mit ihrer Entourage, Diane Kruger und Nadja Auermann in der unscheinbaren Burger Bar zu verschwinden.

Madonna habe ihn völlig unter den Tisch gesoffen und sei um zehn Uhr morgens heimgewankt, behauptet er im Spaß und erzählt, dass ihm das eine oder andere Glas beim Dreh geholfen habe: Halbe Stunde, halbe Flasche Cognac great performance. Aber als ich ihn frage, wie er es denn findet, dass einige meiner Kritikerkollegen ihn mit Borat verglichen haben, ist es mit dem Spaß vorbei. Ich fand den Borat-Film auch prima, aber wer diese Parallele zieht, ist kein Filmkritiker, sondern ein Idiot, wettert er. Früher war jeder Mann mit Akzent und Schnurrbart für die englischsprachige Welt ein Mexikaner, heute wird er für Borat gehalten. Herzlichen Glückwunsch. Mittelmäßige Intelligenz ist auf dem Vormarsch.

Mich erinnert er gar nicht so sehr an Borat. Wenn man sich den Pornobalken im Gesicht wegdenkt, sieht Eugene Hutz aus wie eine Mischung aus Carlos Leon (Sie erinnern sich? Der Fitnesstrainer und Vater von Lourdes) und dem jungen Sean Penn. Eigentlich genau Madonnas Beuteschema, oder? An Guy Ritchies Stelle würde ich mir Gedanken machen. Aber tut der vermutlich eh schon, jetzt wo Madonna nicht nur bestverdienende Musikerin der Welt und, naja, Schauspielerin ist, sondern ihrem Gatten das mit der Regie nachgemacht hat.

Überhaupt: Wo war Mr. Madonna denn eigentlich gestern Abend? Aber das traue ich mich gar nicht mehr zu fragen, wo ich doch schon so Schelte bekommen habe, weil ich es gewagt habe, Eugene Hutz auf die Mutmaßungen um Madonnas verjüngtes Aussehen anzusprechen. Das sind jetzt aber ganz schön blöde Fragen, die mit meinem Leben nichts zu tun haben. Dafür bin ich nicht hier. Ich habe nicht mal gefragt, ob sie geliftet ist, sondern nur, wie er das findet, dass die Leute darüber reden. Tschuldigung. Aber dann vertragen wir uns wieder und unterhalten uns übers Stiefellecken. Ich hatte es irgendwie geahnt, dass es so kommen würde.

Für mich ist die Berlinale jetzt erstmal vorbei -

Eure Mireilla Zirpins

 

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© Bild: Jessica Mazur