Hollywood Blog by Jessica Mazur

Berlinale-Blog: Dolph Lundgren und Woody Allen

Berlinale-Blog: Dolph Lundgren und Woody Allen
Berlinale-Blog: Dolph Lundgren und Woody Allen

von Jessica Mazur

Hollywood-Hüne: Nase voll vom Ruhm

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Dolph Lundgren wäre gerne einen Kopf kürzer

Am Roten Teppich wäre ich manchmal ausnahmsweise mal gern größer als meine zierlichen 1,64 Meter plus reichlich Absatz. Einfach über den Kopf eines Kollegen hinweg eine Frage stellen zu können wäre doch viel besser, als durchs Gedränge zu wuseln wie gestern bei der Gala 'Cinema for Peace'. "Quatsch", sagt mir Action-Held Dolph Lundgren, "manchmal ist es ziemlich nachteilig, so riesig zu sein". Von dem hatte man eigentlich länger nichts gehört und war ganz erstaunt, als der Anruf kam, ob ich Interesse an einem Treffen hätte. Der blonde Hüne aus Schweden, der einst in 'Rocky IV' als Ivan Brago gegen Sylvester Stallone antrat, stellt nämlich am Rande der Berlinale seinen Film 'Missionary Man' vor, der wie die meisten seiner Actionstreifen aus den letzten 15 Jahren gleich auf DVD Premiere feiert.

Dolph Lundgren kann es nicht weiterempfehlen, andere um einen Kopf zu überragen, weil er genau aus diesem Grund seinerzeit schon eine Absage für 'Rocky IV' kassiert hatte. "Es ist nur Sylvester Stallone zu verdanken, dass ich den Part doch noch bekommen habe", erinnert sich der schwedische Ex-Leistungssportler. Stallone hatte nämlich gar kein Problem damit, dass er Lundgren kaum über die Schulter reicht. Mit dem alten Sly ist Lundgren noch gut befreundet, und mit 'Arnold, dem Governator', wie er ihn nennt, auch. Aber ansonsten hatte er die Schnauze voll von Hollywood, obwohl er dort ständig beruflich zu tun hat als Actiondarsteller und neuerdings auch als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur seiner eigenen B-Movies.

"Wir wohnen jetzt in Spanien", erzählt er, weil die Traumfabrik nichts für Kinder ist. "Man muss sich nur die Kinder berühmter Schauspieler anschauen. Die meisten sind total durch. Ruhm ist doch etwas Unnatürliches", empört er sich. Er hat keine Lust, dass sein Nachwuchs wie Heath Ledger endet. "Heute sind die jungen Stars mit 25 oft schon durch. Sie haben alles erlebt, haben Millionen gemacht und die wieder durchgebracht und dann alles in den Sand gesetzt. Das ist doch verrückt."

Er selbst geht gelassen damit um, dass ihn viele für einen hohlen Muskelprotz halten, obwohl er ein Musterstudent und Olympionike war. Karate hat er nur gelernt, weil er als Kind sehr unsicher und kränklich war. Bitte was? Nein, er sieht sich auch heute nicht als der 'physical guy', auf den ihn viele reduzieren. Er würde liebend gern mal in einem Woody-Allen-Film den großen, super schüchternen Schweden mimen und dabei mal keinem was auf die Nase geben. Ich muss unwillkürlich grinsen, weil ich mir diesen Schrank von einem Mann am Set mit Woody Allen vorstelle. Der ist nämlich nur einen Zentimeter größer als ich ohne die 9-Zentimeter-Stelzen, die ich trage.

Bis morgen in Berlin!

Eure Mireilla Zirpins

 

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© Bild: Jessica Mazur