Berlin Fashion Week: Die Tops und Flops der Berliner Modewoche 2017

Berliner Fashion Week - Marina Hoermanseder
Heißbegehrt: Tüten mit Werbematerial und Proben für die Zuschauer. Foto: Jens Kalaene © DPA

Passt? Passt. Seit 2007 stellt die Berliner Modewoche zweimal im Jahr vor, was in die Läden kommt. Soviel steht fest: Das Frühjahr und der Sommer 2017 werden bunt und wild gemustert. Von Minimalismus keine Spur. Ein Rückblick auf die Fashion Week, die am Freitag zu Ende ging.

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TOPS

- Umzug: Wegen der EM-Fanmeile war das Zelt der Fashion Week erneut vom Brandenburger Tor in ein Eisstadion im Stadtteil Wedding gezogen. Eine raue Gegend, aber keine schlechte Lösung.

- Hightech: Der Mode mit eingebauter Technik dürfte die Zukunft gehören. Wer es diesmal verpasst hat: beim nächsten Mal zur "Fashion Tech" gehen. Der östereichische Designer Leonhard Peschta stellte beweglichen Schmuck vor, der sich vom Smartphone aus steuern lässt. Ein Hauch Technik im Modezelt: Bei der Minx-Show leuchtete ein Kleidersaum.

- Odeeh: lud auf die Schlossbaustelle. Das deutsche Designerlabel zeigte im Rohbau des Berliner Stadtschloss eine Kulisse wie auf einem Gemälde und tolle Entwürfe mit Original-Baustaub auf dem Laufsteg.

- Nobieh Talaei: macht Recycling-Couture. Die junge deutsche Designerin stellte bei einer Präsentation zum Thema Stil und Nachhaltigkeit in der US-Botschaft mit anderen Labels Entwürfe aus alten Jeans amerikanischer Marken vor. Talaei machte daraus wahre Kunstwerke mit gedrehten Stoffblüten, die sie sogar im Ofen in Form gebacken hatte.

- Socken in Turnschuhen: Das geht immer noch, besonders zum Rock.

- Die Welt ist bunt: Bei vielen Schauen kam Urlaubsstimmung auf. Auf Pullis, Tops, Kleider, Blousons und Hosen waren Flamingos, glitzernde Erdbeeren, Palmwedel und Hibiskusdrucke zu sehen. Auch Flagge zeigen war angesagt. Passend zur Debatte um Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben zog ein Mann im Regenbogenkleid auf den Laufsteg. Das rührte einen Blogger zu Tränen.

FLOPS:

- Gästelisten: Der VIP-Faktor schwächelt etwas. Die Promi-Listen für die Shows sind oft nur etwas für Fortgeschrittene.

- Plündern: die Geschenke-Tüten räubern. Manche rennen vor und nach den Schauen durch die Reihen und suchen, ob sie noch ein olles Haarspray finden.

- Einladungslyrik: Ein Label lud zur Eröffnung seiner "Bridal Budget Boutique". Ob da wohl Hochzeitsmode verramscht wird?

- Spitze: Tagsüber getragen finden das manche schauderhaft. Die "Berliner Zeitung" sieht darin "das Oer-Erkenschwick der Erotik" und das "modische Pendant zur Schrankwand".

- Hetze: Die Schauen und Veranstaltungen sind schon knapp getaktet – und liegen oft an weit entfernten Orten. Beginnt eine Show dann noch deutlich zu spät, kommt Stress auf.

- Handy-Wahn: Für manche gibt es nichts Schlimmeres, als mit einem leeren Akku zur Fashion Week zu kommen. Hat aber einen Vorteil: Man muss nicht mehr dauernd Selfies machen oder filmen, sondern kann sich auf die Mode konzentrieren.


dpa

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