Ben Kingsley als Profikiller mit Suffproblem: „You Kill Me“

Ben Kingsley als Profikiller mit Suffproblem: „You Kill Me“

Von Mireilla Zirpins

Ben Kingsley hat keine Angst vor schrägen Rollen. In Uwe Bolls umstrittenem B-Movie „BloodRayne“ spielte er mit, wie er uns im Interview gestand, weil er immer schon mal einen Vampir mimen wollte. Und Trinker liegen ihm sowieso. Kein Wunder, dass der Mann, der so unterschiedliche Charaktere wie den Gutmenschen „Gandhi“ und das Ekelpaket in „Sexy Beast“ gab, Feuer und Flamme war für ein Script, das ihm viel Gelegenheit gibt, die Charakterstudie eines Säufers mit komischem Talent zu paaren.

Sein Frank ist ein hoffnungsloser Alki, dem seine Sucht zum Verhängnis wird. Denn als Profikiller sollte man immer ein ruhiges Händchen haben, nicht nur, wenn man seinen Ideal-Pegel erreicht hat. So wird er von seinen Auftraggebern aus dem Verkehr gezogen und soll erst mal clean werden, bevor er wieder jemand umlegen darf. Das geht erstmal gründlich in die Hose, denn Franks Antihaltung ist kaum in Worte zu fassen.

Bei den wöchentlichen Treffen der Anonymen Alkoholiker kriegt er regelmäßig Schweißausbrüche, wenn die ihn gebetsmühlenartig im Chor mit dem Slogan „Hello, Frank“ begrüßen. Die Erfolge seiner Mit-Alkis kommentiert er zynisch mit den Worten „Schön für dich“. Und den Job, den seine mafiöse Bande ihm verschafft hat, findet er auch einfach nur eklig. Schließlich soll er in einem Bestattungsunternehmen die Leichen hübsch herrichten. Das kann man doch nur aushalten, wenn man es sich schön trinkt, oder?

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Ben Kingsley als Profikiller mit Suffproblem: „You Kill Me“

Licht erscheint am Ende des Tunnels, als er bei einer Beerdigung die burschikose Laurel (endlich mal wieder in einer gescheiten Rolle: Téa Leoni) kennen lernt. Die desillusionierte Frau, die mit der Männerwelt so was von durch ist, hat kein Problem damit, dass Frank säuft – solange er nicht schwul oder sonst wie pervers ist. Doch Frank schafft es, wieder alles durcheinander zu bringen…

So schräg die Story klingen mag, Regisseur John Dahl gelingt das Kunststück, seine Krimikomödie so geradlinig und schnörkellos zu entwickeln, dass die Schauspieler allen Raum haben, sich in ihren Rollen auszutoben. Das tun die beiden auch ganz hervorragenden und versprühen dabei so viel Humor und solch pointierte Dialoge, dass es eine helle Freude ist. Wen stört es da, dass man den Streifen eher der leichten Unterhaltung zurechnen muss und die Geschichte manchmal ein bisschen konstruiert ist. Nette anderthalb Stunden, die wie im Flug vergehen und einen so manches Mal herzhaft lachen lassen.

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