'Battleship': Solide Action à la 'Transformers'

Rihanna schlägt sich in ihrem Debütfilm 'Battleship' ganz wacker.
In 'Battleship' müssen Taylor Kitsch und Rihanna gegen Außerirdische kämpfen.

3 von 5 Punkten

Mit 'Battleship' versucht sich Pop-Ikone Rihanna erstmals auch als Schauspielerin. Um es gleich vorweg zu nehmen: Dafür, dass es ihr Erstlingswerk war, schlägt sich die 24-Jährige ganz gut. Und es gibt wortwörtlich einiges zu schlagen in Peter Bergs rasantem Actionfilm - nämlich kampfeslustige Außerirdische.

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Diese tauchen eines Tages unvermittelt während eines Flottenmanövers auf dem Pazifik auf und löschen ein Kampfschiff nach dem anderen aus. Der noch relativ unerfahrene Offizier Alex Hopper (Taylor Kitsch) muss das Kommando übernehmen und mit seiner Mannschaft nichts weniger als die Welt retten. Ach ja, und die obligatorische Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen.

Sicherlich ist diese Art von Geschichte nicht neu. Dennoch bietet Regisseur Peter Berg ('Hancock') spannende Unterhaltung, abgesehen vom etwas langatmigen Anfang. Die Geschichte wird als episch angelegtes Action-Abenteuer erzählt, ganz nach der Machart von 'Transformers', was nicht überrascht, zeichnen doch 'Transformers'-Produzenten Brian Goldner und Bennett Schneir auch für diesen Film verantwortlich.

Berg schafft einen Spannungsbogen, indem er zwei Handlungsstränge miteinander verbindet: den auf hoher See um Hoppers Figur und den an Land rund um seine Freundin Samantha (Brooklyn Decker). Gespickt ist die Handlung mit einigen Twists und eindrucksvollen, überraschend unblutigen Schlachtszenen sowie ausgeklügelten Special Effects. Zusätzlich an Rasanz gewinnt die Handlung durch schnelle Schnitte und eine unruhige Kameraführung mit ruckartigen Zooms. Einstellungen mit Schulterkamera vermitteln schon beinahe Nachrichten-Charakter.

Mit der Auswahl der Filmmusik hat der Regisseur kein so gutes Händchen bewiesen. Klischeehaft bedient er die altbewährte Kombination 'Kriegsfilm - Hard Rock'. Gleich zwei Mal bringt er die Musik von AC/DC ins Spiel. An diesen Stellen, an denen der Film eher an einen Werbefilm für die US-Armee erinnert, schrammt 'Battlefield' haarscharf an der Grenze zur Lächerlichkeit vorbei.

Auch die Texte sind bisweilen schablonenhaft. Die plattesten Zeilen hat denn auch Rihanna ergattert. Ihre Rolle verlangt der Sängerin keinerlei Facetten ab: Als Waffenexpertin Raikes muss sie ballern, schreien, rumfluchen und rennen. Und das schafft sie ganz gut. Herausstechend ist dagegen der kriegsversehrte Greg Gadson. Der Laiendarsteller, der 2007 während eines Einsatzes im Irak beide Beine verlor, gibt hier sein eindrucksvolles Schauspieldebüt. Als Lieutenant Colonel Mick Canales sorgt er für die wenigen leisen Töne in dem Krawummspektakel. Liam Neeson - auf dem Kinoplakat prominent platziert - ist dagegen eher eine Randfigur.

Ein gravierendes Manko hat der Film indes: Während man sich bei so manchem Machwerk in 3D staunend fragt, ob das unbedingt nötig gewesen wäre, ist hier eher unverständlich, warum dieser Film NICHT in 3D gedreht wurde. Bei all den Trümmerteilen, Flammenbällen und herumschwirrenden Geschossen schreit 'Battleship' förmlich nach der dritten Dimension. Hier wäre es das Tüpfelchen auf dem I gewesen. Fans des Actiongenres werden diesen Film dennoch mögen.

Von Esther Hetzert

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