Barron Trump: Wie sehr setzt der Medienrummel um Vater Donald Trump ihm zu?

Barron Trump: Zerbricht er am Medienrummel um seinen Vater?
Barron Trump bei der Inauguration seines Vaters Donald Trump am 20. Januar © imago/ZUMA Press, SpotOn

Hexenjagd auf den "First Boy"

Wenn man ihn sieht, hat man das Gefühl, man habe eine Mini-Kopie seines Vaters vor sich. Er trägt Anzug (meist dunkelblau), weißes Hemd und Krawatte, seine halblangen blonden Haar hat er gescheitelt und nach hinten gekämmt, vorne wellt sich eine ähnliche Tolle wie beim Herrn Papa. Keine Frage: Barron Trump sieht - ob gewollt oder ungewollt - seinem Vater so ähnlich, dass Amerika vom "Little Donald" Trump spricht. Er ist erst zehn Jahre alt.

Nicht nur viele Amerikaner fragen sich: Was muss so ein Kind alles aushalten im Scheinwerferlicht, das der Vater sucht wie ein Mondsüchtiger? Zerbricht "Little Donald" am Medienrummel um den großen Donald?

Schon jetzt hat das Kind mehr einzustecken als mancher Erwachsene verkraften kann. Als er zu nachtschlafender Zeit nach dem Wahlsieg seines Vaters mit der ganzen Familie auf die Bühne musste und dabei ein Gähnen nicht unterdrücken konnte, wurde ihm das von manchen Kommentatoren übel angerechnet.

Beleidigungen in den sozialen Netzwerken

Mehr noch: Bei der Amtseinführung habe er "gelangweilt", "arrogant" und "schlecht erzogen" gewirkt, wurde dem Kind vorgeworfen. Es gelte als rotzfrech, überheblich, und verwöhnt. Die britische Journalistin Caitlin Moran verglich Barron gar mit Joffrey, dem sadistischen Kindskönig aus der Hitserie "Game of Thrones". "Little Donald" würde ihm hundertprozentig ähneln. Er sei der "Laich des Teufels" twitterte ein Anderer und nannte ihn "Damien". Das ist der Antichrist aus dem Horrorfilm "Das Omen". Es kursieren böse Gerüchte, Barron sei autistisch. Wiederum andere twittern, er wandere ums Weiße Haus auf der Suche nach Dingen, die er verbrennen könne. Er sehe aus wie ein Vampir und werde Tiere verstümmeln.

Das alles prasselt auf einen Zehnjährigen ein. Für einen negativen Höhepunkt sorgte die NBC-Journalistin Katie Rich. Sie moderiert die Satire-Sendung "Saturday Night Live" und twitterte, Barron werde eines Tages der erste Amokläufer einer Homeschool sein. Rich wurde vom Sender suspendiert, sie selbst fand ihren Tweet anschließend als "unentschuldbar".

Nun bemühen sich die Eltern offensichtlich um Schadensbegrenzung. "Es gibt eine lange Tradition, nach der Kinder von Präsidenten abseits der Scheinwerfer groß werden können. Das Weiße Haus erwartet, dass diese Tradition fortbesteht", heißt es in einer offiziellen Erklärung. Und Chelsea Clinton, Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und der Trump-Gegnerin Hillary Clinton, schrieb auf Facebook und Twitter: "Barron Trump verdient die gleiche Chance wie jedes Kind - Kind zu sein."

Früh ins Rampenlicht gezerrt

Das Scheinwerferlicht ist eine frühe Lebenserfahrung des kleinen Donalds. Seine Mutter Melania nahm den sechs Monate alten Sohn mit zu den US Open. 2007 bekam Donald Trump einen Stern auf dem "Walk of Fame" in Hollywood. Natürlich war er mit Familie vor Ort. Melania kniete neben ihm auf dem Boden und hielt den zehn Monate alten Barron in ihren Händen.

Vor einigen Jahren gab Melania Trump ein Interview, da ging es um Kindererziehung und natürlich um Barron. "Als er fünf war, wollte er wie sein Papa sein: Geschäftsmann und Golfer", verriet das Ex-Model dem Eltern-Magazin "Parenting". Barron sei kein Kind, das Jogginghose trägt. "Er mag es, sich eine Krawatte umzubinden - wie sein Vater." Bekannt sind auch die Bilder vom Golfplatz, wenn Vater und Sohn am Abschlag stehen. Und seine Mutter postet immer wieder Fotos auf Instagram oder Facebook, wenn ihr kleiner Liebling golft oder mit Delphinen schwimmt.

Er ist der Lebensmittelpunkt seiner Mutter

Angeblich hat Trump junior nicht nur ein großes Kinderzimmer, sondern gleich ein ganzes Stockwerk für sich allein. Ein Butler kümmert sich um ihn rund um die Uhr. Dafür sparen die Trumps eine Nanny. "Ich bin eine Fulltime-Mom", sagte Melania im "Parenting"-Interview" "Das ist mein wichtigster Job. Der wichtigste Job überhaupt." Sie würde ihm das Frühstück zubereiten, ihn zur Schule bringen und wieder abholen, Mittagessen kochen.

"Little Donald" wird aber nicht Zuhause unterrichtet, wie es die Journalistin Katie Rich behauptet. Er besucht die angesehene Columbia Grammar und Preparatory School an der Upper West Side in New York. Kosten: 30.000 Dollar/Jahr. Er soll mit seiner Mutter dieses Schuljahr noch in New York bleiben - nicht zuletzt seiner Freunde wegen.

Die Vorstellung eines Umzugs ins Weiße Haus würde seinem Sohn Angst machen, sagte Donald Trump 2015 in einem "People"-Interview. Aber er, Donald Trump, hätte ihm gesagt, dass Daddy, wenn er Präsident sein sollte, Kindern wie Barron helfen könnte. Und das hätte Barron glücklich gemacht.

Er sei "mit einem goldenen Löffel im Mund geboren", schrieb "Bunte". Die Tageszeitung "Die Welt" sieht das etwas anders: "Wer fragt nach dem goldenen Käfig, in dem der Junge lebt? Wie eng der ist, wie offen für jeden, der Lust hat, ein Kind zu diffamieren - das zeigt sich in diesen Tagen."

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