Bald Nachwuchs für die seltsamen Grottenolme im Harz?

Grottenolme
Grottenolme im Olmensee in der Hermannshöhle. Foto: Jens Wolf © DPA

Blind, blass und scheinbar ewig jung: Die seltenen Grottenolme in der Hermannshöhle im Harz sollen bald Nachwuchs bekommen. Derzeit werde noch ein Ei in einem Aquarium in der Höhle beobachtet, sagte der für die Lurche mitverantwortliche Vize-Tourismus-Chef der Stadt Oberharz am Brocken, Markus Mende, am Freitag.

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"Wir spekulieren jetzt in Richtung August oder September." Ein zweites Ei habe sich dagegen aufgelöst. Ursprünglich war damit gerechnet worden, dass der Nachwuchs bis Anfang Juli schlüpft.

Sieben mehr als 60 Jahre alte Exemplare der Schwanzlurch-Art leben in der Höhle. Die Tiere kommen in der Natur nur in Karsthöhlen entlang der Adria vor. In den 1930er Jahren und in den 1950er Jahren wurden mehrere Exemplare als Touristenattraktion und Forschungsobjekte in einen künstlich geschaffenen Grottensee in die dunkle Höhle gebracht. Im Februar wurden dann erstmals Eier entdeckt. Um zu verhindern, dass die Eltern die Eier auffressen, wurden sie in ein Aquarium gebracht.

Wie lange es dauert, bis aus den Eiern der Nachwuchs schlüpft, ist unbekannt und hängt auch mit der Wassertemperatur zusammen. "Wir haben damit keine Erfahrungen", sagte Mende. Die 30 Zentimeter langen, augenlosen Tiere sehen aus wie eine Mischung aus Regenwurm, Aal und Albinosalamander und sind wenig erforscht. Einst wurden sie für Drachenjunge gehalten. Die als Larve lebenden Grottenolme (Proteus anguinus) sollen 100 Jahre alt werden können.


dpa
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