Bärbel Schäfer schreibt in ihrem Buch 'Ist da oben jemand?' über den Verlust ihres Bruders

Der Tod ihres Bruders warf Bärbel Schäfer aus der Bahn
Der plötzliche Tod ihres Bruders Martin warf Bärbel Schäfer völlig aus der Bahn © Getty Images, Andreas Rentz

Bärbel Schäfer: "Sein Tod warf mich aus der Bahn"

Er war auf dem Weg von Zürich nach Berlin, als es passierte. Im Oktober 2013 raste der Bruder von Moderatorin Bärbel Schäfer auf der A9 auf regennasser Fahrbahn mit seinem Porsche in den Tod - Martin Schäfer starb mit 46 Jahren!

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Jetzt hat die 52-Jährige ein Buch über den Verlust ihres kleinen Bruders geschrieben, der sie, wie sie in ‚Ist da oben jemand?‘ schreibt, völlig aus der Bahn warf: „Ich bin aus der Spur gefallen. Ich war verrückt– im wahrsten Sinne. Ich habe nicht nur meinem Bruder verloren, sondern phasenweise auch mich.“ Es sei schwer gewesen, in der Zeit danach ihren Platz neu zu finden: „Im Talmud [eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums] steht, wenn ein Mensch stirbt, den du liebst, dann stirbt auch ein Teil von dir. Ich bin ich und doch eine andere.“

Der Porsche ist nur noch ein Wrack
In diesem Porsche starb Martin Schäfer. er war auf der Stelle tot. © picture alliance / dpa, News5/Fricke

Den Moment, die eigenen Eltern über den Tod ihres Sohnes informieren zu müssen, wird Bärbel Schäfer nie vergessen: „Um 7:30 Uhr klingele ich bei meiner Mutter an der Haustüre. 3. Stock. Etagenwohnung. Mein Herz klopft mir bis zum Hals. Wie sagt man das? Mit welchen Worten sagt man seiner Mutter, dass ihr eigener Sohn tot ist? (…) Ich kämpfe gegen die Tränen an. Sie ahnt nichts und steht verschlafen im Türrahmen. (…) Meine Mutter wird erst blass, wie die weiße Raufasertapete hinter ihr. Dann wird sie laut. Sehr laut. Diesen Aufschrei werde ich mein Leben lang nicht vergessen. Am Nachmittag dieses Tages bin ich ein anderer Mensch. Eine andere Tochter.“

Um Abschied von ihrem Bruder zu nehmen, ließ Bärbel Schäfer vom Bestatter noch einmal den Sarg öffnen: „Ich würge, Tränen steigen hoch. Ich beuge mich ängstlich Richtung Hand und betrachte den Daumennagel. Er ist breit, flach, groß, rötlich braun verfärbt – unverkennbar Martin. Das ist mein Bruder. Das war mein Bruder. Ich berühre seinen Daumen, ich streichle nochmal sanft seinen Unterarm. Auf Wiedersehen, kleiner Bruder.“

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