Aus 'Kokowääh' wurde leider 'Kokogäähn'

3 von 5 Punkten

Ein sexy Womanizer, eine verzwickte Liebesgeschichte und dazu ein niedliches Kind – und schon ist der neue Schweiger-Film fertig. Mit diesem einfachen Konzept hat Til Schweiger schon mit ‚Keinohrhasen’ und ‚Zweiohrkücken’ die Kinokassen klingeln lassen. Jetzt will er mit ‚Kokowääh’ als Hauptdarsteller, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor an diese Erfolge anknüpfen. Doch das klappt nicht ganz. Die Story birgt zwar jede Menge Stoff für Dramatik, Komik und Romantik. Doch Schweiger kann das Publikum nicht fesseln. Im Film selbst sagt er in seiner Rolle: „Wollen Sie, dass das Publikum im Kino einschläft?“, doch in der Realität hat er sich diese Frage offensichtlich nicht gestellt.

Drehbuchautor Henry Lehnbach (Til Schweiger) genießt das Leben in vollen Zügen. Zahlreiche Frauen, jede Menge Partys und einen Job, der ihn grad so über Wasser hält. Das ändert sich alles, als eines Tages die achtjährige Magdalena (Emma Schweiger) vor seiner Tür steht. In einem Brief erfährt er, dass er der leibliche Vater der Kleinen ist, und sie ab sofort bei ihm wohnen soll. Tristan Walser (Samuel Finzi), der bisher dachte er wäre Magdas Vater, hat sie kurzerhand rausgeworfen, als er erfuhr, dass die Kleine gar nicht von ihm ist. Soll sich doch der leibliche Papa um das Kuckuckskind kümmern. Von jetzt auf gleich Papa zu sein überfordert Henry allerdings komplett. Nebenbei soll er auch noch ein Drehbuch mit seiner verflossenen Liebe Katharina (hervorragend gespielt von Jasmin Gerat) schreiben, die er gerne wieder zurückerobern würde. Doch die kesse Magda nimmt sein Leben komplett in Beschlag, fackelt seine Wohnung fast ab und bringt Henry unbewusst bei, was es heißt Verantwortung zu übernehmen. Das Chaos ist also vorprogrammiert.

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Emma Schweigers erste Hauptrolle an Til Schweigers Seite

Nach kleinen Rollen in ‚Keinohrhasen’ und ‚Zweiohrküken’ hat Emma Schweiger in ‚Kokowääh’ ihre erste Hauptrolle ergattert. An der Seite von Papa Til Schweiger spielt sie die kleine Magda, die zwischen ihren beiden Vätern herumgeschubst wird. Die niedliche Achtjährige steht noch am Anfang ihrer Karriere. Mit Papas Unterstützung und noch mehr Erfahrung kann aus Emma Schweiger sicher noch eine gute Schauspielerin werden. Bis jetzt die jüngste Tochter von Til Schweiger einfach nur niedlich anzusehen. Die merkbare Unsicherheit kann man dem treuen Blick und der süßen Schmollschnute wirklich nicht übel nehmen.

Til Schweiger spielt Henry genauso mundfaul wie die Hauptfigur Luddo Dekker aus ‚Keinohrhasen’ und ‚Zweiohrkücken’. Jasmin Gerat gehört in der Rolle der Katharina sicher zu den überzeugendsten Figuren. Sie spielt die selbstbewusste Autorin mit Bravour und gehört zu den Highlights des Films.

Insgesamt ist ‚Kokowääh’ ein herziges Familiendrama mit einer zuckersüßen Hauptdarstellerin. Wer ‚Keinohrhasen’ und ‚Zweiohrküken’ mag ist bei ‚Kokowääh’ sicher nicht schlecht aufgehoben. Doch sollte man die Erwartungen runterschrauben. Der Film ist unterhaltsam, aber nicht wirklich fesselnd. Dank der sehr gut gewählten, wenn auch inflationär eingesetzten Musik, gewinnt der Film jedoch an Pep.

Elke Feldmann

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