Auf DVD: "Mademoiselle Hanna & die Kunst, Nein zu sagen"

Vimala Pons
Hauptdarstellerin Vimala Pons beim Filmfestival in Locarno 2011. Foto: Jean-Christophe Bott © DPA

Der Trailer ging noch eher in Richtung klamaukige Komödie, aber dieser Film ist anders, komisch und ernst zugleich, sarkastisch und romantisch. Und sehr auf der Höhe der Zeit.
Jetzt liegt "Mademoiselle Hanna & die Kunst, Nein zu sagen" (Warner Home Video) auf DVD vor - ohne Bonusmaterial.

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Die 30-jährige Hanna (Vimala Pons) ist erfolgreiche Personalchefin mit chicer Wohnung in Paris, wechselnden Liebhabern und einem scheinbar sonnigen Gemüt. Einziges Problem: Sie kann nicht Nein sagen, und immer wenn sie einen Mann entlassen muss, schläft sie zur Entschädigung mit ihm. Ganz anders Hannas jüngerer Bruder Donnadieu, ein Familienvater mit zwei kleinen Kindern, beruflich eher erfolglos, dabei aber ein glühender Moslem.

Die Geschwister stammen aus einer französisch-algerischen Familie, die wunderbare Agnès Jaoui ("Sieh Mich An!") spielt die etwas verpeilte Therapeutenmutter, ihr Mann Omar ist ein herzensguter Ladenbesitzer. Die beiden ungleichen Geschwister kommen sich wieder näher, weil Donnadieu nierenkrank ist, und Hanna ein Organ für ihren Bruder spenden könnte. Sie ist kompatibel, zumindest in dieser Hinsicht.

Aus dieser Grundkonstellation entwickelt die französische Regisseurin Baya Kasmi ("Der Name der Leute") eine Komödie mit ernsten Untertönen. Hanna trägt schwere Traumata aus ihrer Kindheit mit sich herum, und auch ihr Bruder hat einen Knacks abbekommen. Schönes Kunststück, der Film pendelt graziös zwischen Leid und Liebe, Hanna verliebt sich schließlich in den Arzt, der die Nieren-OP vorbereitet. Sehenswert.


dpa
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