Audi und China: Automobile Kulturrevolution

Audi und China: Automobile Kulturrevolution
Showcar Audi R8 e-tron mit 450 Kilometer elektrischer Reichweite © Audi

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das Rekordergebnis 2015 noch einmal übertroffen. Und wenn Audi-Chef Rupert Stadler auf der Consumer Electronic Show (CES) China die "zweite Heimat" von Audi nennt, ist das eher unter- als übertrieben. Denn Audi verkauft dort mehr Autos als im Heimatland Deutschland.

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R8 e-tron auf Elektronikshow

Fragt man junge Chinesen nach ihrem Traumauto, so hört man vor allem "Audi". Die Marke gilt bei jungen Chinesen als cool, technologisch führend, designorientiert und qualitativ hervorragend. Allerdings darf bei den Audi-Verkaufszahlen in China nicht außer Acht gelassen werden, dass der Löwenanteil der verkauften Fahrzeuge im Land selbst produziert wurde. Audi ist in China mit einem Joint Venture und einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft vertreten. Mit den Joint-Venture-Partnern Volkswagen und dem chinesischen Unternehmen First Automotive Works (FAW) produzieren die Bayern in Changchun die Modelle Audi A4 L, A6 L, Q3 und Q5. Auch die Modelle A6 L und A4 L mit verlängertem Radstand hat das Unternehmen speziell für China entwickelt. Im südchinesischen Foshan fahren seit 2014 der Audi A3 Sportback und die Audi A3 Limousine vom Band. Die in Changchun und Foshan produzierten Modellreihen erreichten 2014 insgesamt 495.900 Auslieferungen. Importiert wurden aus deutscher Audi-Produktion in 2014 rund 80.000 Fahrzeuge.


R8 e-tron mit 450 Kilometer Elektro-Reichweite

Auf der Consumer Electronic Show Asia in Shanghai (eine zusätzliche Veranstaltung der gleichnamigen Traditionsmesse in Las Vegas) will Audi nicht nur zeigen, wie erfolgreich die Ingolstädter in Asien unterwegs sind, sondern sich auch als innovativer Taktgeber der Automotive-Branche präsentieren. Im Mittelpunkt des Auftritts steht die Vernetzung des Autos mit seiner Umwelt. Schwerpunktthemen sind unter anderem das pilotierte Fahren, die neuen Lösungen von Audi connect, neue Infotainment-Bausteine, Bedien- und Anzeigekonzepte sowie innovative Entwicklungen in der Lichttechnologie. Das Highlight auf dem Messestand ist das Showcar Audi R8 e-tron piloted driving mit rein elektrischem Hochleistungsantrieb (Foto). Sein Antrieb leistet 462 PS/340 kW und soll den R8 e-tron in 3,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen. Der wahre Mehrwert aber liegt in der verdoppelten Reichweite von 450 Kilometern, die dank einer höheren Energiedichte erreicht werden. Audi gibt die Ladezeit mit weniger als zwei Stunden an. Das wäre ein Durchbruch in Sachen Elektroauto.


"Die zunehmende Vernetzung prägt unsere Welt", sagte Prof. Dr. Ulrich Hackenberg, Vorstand für Technische Entwicklung: "Im Auto sorgt sie dafür, dass Fahrer und Passagiere noch mehr Informationen, Sicherheit und Komfort erleben. Connectivity ist ein entscheidendes Innovationsfeld unserer Entwicklungsarbeit. Schon seit Jahren kommt Audi immer wieder als Erster mit neuen Elektronik-Technologien in den Markt."


Audi-Chef Rupert Stadler sieht im künftigen Automobil eine Art Mobiltelefon auf Rädern: "Unsere Smartphones sind heute ganz anders, als unsere Handys einmal waren. Wir neigen sogar dazu, zu vergessen, dass wir damit einfach auch nur telefonieren können." Die neue Generation setze technische Geräte mit Allroundfähigkeiten voraus. Auch beim Auto werde dies erwartet. "Wir erleben eine digitale Revolution mit tiefer gehenden Auswirkungen, als bei der industriellen Revolution vor 150 Jahren." Niemand wolle heute noch eine Straßenkarte auf Papier oder brauche ein dickes Lexikon, und niemand müsse mehr nach einer Telefonzelle suchen. "Warum auch", fragt der Audi-Chef rhetorisch, wenn wir all das in einem einzigen Gerät finden." Sein Vertriebschef Luca de Meo gab sich in Shanghai ähnlich visionär: "In 2020 werden 50 Prozent der Wertschöpfung auf Apps, Software, Elektronik und digitalen Services stammen." Dies werde die Autoindustrie revolutionär verändern.

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