Assauer: Jetzt spricht seine Tochter

Assauer: Jetzt spricht seine Tochter
Rudi Assauer wird jetzt von seiner Tochter und seiner früheren Sekretärin gepflegt. © picture-alliance/ dpa, Roland Weihrauch

"Es ist, wie wenn man ein Kind zuhause hat"

Der Schock über die Nachricht, Rudi Assauer (67) habe Alzheimer, sitzt noch immer tief. Waren doch auch Assauers Mutter und sein Bruder schon von der Krankheit betroffen. Vor allem für die Familie ist es schwer, damit umzugehen. Im Moment kümmern sich seine Tochter Bettina Michel (46) und seine frühere Sekretärin um den ehemaligen Star-Manager.

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Assauer lebt bei seiner Tochter in der Nähe von Gelsenkirchen und beide scheinen fest entschlossen, den Weg bis zum Ende gemeinsam zu gehen. Aber leicht ist das nicht: "Für mich ist es schon ganz extrem", sagt Bettina in einer ZDF-Reportage. Trotzdem will sie sich weiter um ihn kümmern. "Wir haben abgemacht, er geht nicht ins Heim", sagte sie.

Und es wird mit der Zeit immer schwerer. Früher selbstverständliche Dinge wie Autofahren, Einkaufen, spazieren gehen – all das geht nicht mehr ohne Hilfe. "Es ist, wie wenn man ein Kind zuhause hat", sagt die tapfere Tochter.

Assauer hat den Kampf angenommen

Rudi Assauer hat Alzheimer.
Der Schok über die Alzheimer-Diagnose saß tief bei Assaer und seiner Familie. © dpa bildfunk

Rudi Assauer selbst zeichnet in seiner Autobiografie 'Wie ausgewechselt. Verblassende Erinnerungen an mein Leben' selbst ein erschreckendes Bild seiner Krankheit. Er beschreibt darin, dass er alte Freunde nicht mehr erkennt und mit welchem Schock er die Diagnose aufnahm. "Erst meine Mutter, dann mein Bruder – und nun hat‘s mich erwischt. Meine Mutter hat apathisch im Pflegeheim gelegen, es war eine Katastrophe", sagt Assauer.

Im 'Stern' legt er ebenfalls deutlich seine Situation dar. Er wolle nicht allein sein. Entweder seine Tochter, oder seine ehemalige Sekretärin - eine von Beiden sei immer in seiner Nähe. Er ziehe sich immer weiter ins Private zurück. Für die Zukunft gebe es eine schon juristische Vorkehrungen und auch eine Patientenverfügung sei unterschreiben.

Assauer sagt selbst, er denke manchmal über seine Zukunft nach. "Dann könnte man sich doch gleich die Kugel geben, ein Loch in den Kopp schießen. Nein, werde ich natürlich nicht machen", sagt er. Rudi Assauer hat den Kampf gegen die Krankheit aufgenommen.

Foto: dpa

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