'Arthur': Russell Brand als Schlaftablette

1 von 5 Punkten

Wenn man sich schon für ein Remake entscheidet, dann mit einem Ziel vor Augen: Es soll besser als das Original werden. Mit einem Cast aus Russell Brand, Helen Mirren und Jennifer Garner hat sich Regisseur Jason Winer für die romantische Komödie 'Arthur’ eine Gruppe renommierter Schauspieler ins Boot geholt. Nur leider sind bekannte Akteure nicht immer ein Garant für einen erfolgreichen Film. So haben sich die Filmemacher keinen Gefallen damit getan, Russell Brand für die Hauptrolle zu besetzen.

Arthur Bach (Russell Brand) ist ein verzogener Milliardär, der nur mit dem Finger schnippen muss, um innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde das zu bekommen was er will. Er lebt in den Tag hinein - fernab von jeglicher Realität - schmeißt sein Geld aus dem Fenster, die Frauen in sein Bett und übernimmt keinerlei Verantwortung. Bis seine Mutter – das Oberhaupt des Familienimperiums - von den skandalträchtigen Eskapaden ihres Sohnes die Nase voll hat. Und so stellt sie ihm ein Ultimatum: Entweder er heiratet die attraktive, aber keinesfalls liebeswerte Susan Johnson (Jennifer Garner) oder er sieht keinen einzigen Cent von seinem Millionen-Erbe.

Russell Brand kennen wir aus seiner Paraderolle des zugedröhnten und exzentrischen Rocksängers Aldous Snow aus den Filmen ’Nie wieder Sex mit der Ex’ und ’Männertrip’. Dieser Charakter war für ihn wie auf den Leib geschnitten, doch leider schafft es Brand nicht, dieses Image abzulegen und in ’Arthur’ eine weitere Facette seines schauspielerischen Könnens zu zeigen. So nimmt er seiner Filmfigur jegliche Glaubwürdigkeit. Er ist nicht in der Lage den Spagat zwischen dem erwachsenen und partywütigem Playboy und dem naiven Kind, das im Batmobil herumfährt, herzustellen. Auch Jennifer Garner (’Elektra’, ’Valentinstag’) scheint in der Besetzung des geldhungrigen und machtbesessenen Luders fehl am Platz zu sein.

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Helen Mirren spielt Brand in den Boden

Greta Gerwig (’Freundschaft Plus’), die die süße und liebevolle Naomi spielt, ist in der Rolle nett anzusehen, jedoch hat man nicht den Eindruck, dass sie für ihren Charakter tief ins schauspielerischem Repertoire greifen musste. Lediglich Oscar-Preisträgerin Helen Mirren (’Die Queen’,’R.E.D.’) kann mit ihrem Talent überzeugen und stellt dabei ihre Kollegen weit in den Schatten. Auch wenn sie als Nanny Hobson eine untergeordnete Funktion hat, merkt man schnell, dass sie die dominanteste Präsenz hat und in der Arthur-Hobson-Beziehung die Hand am längeren Hebel hat. Hier stellt sich die Frage, wieso sich eine so großartige und begnadete Schauspielerin auf solch einem Film eingelassen hat.

Dass Regisseur Jason Winer mit ’Arthur’ sein Spielfilmdebüt gibt, ist unschwer zu erkennen. Ohne ein Risiko eingehen zu wollen, hat er das Wort ’Neuverfilmung’ wörtlich genommen und überwiegend den gleichnamigen Vorgänger von 1981 kopiert. Als Zuschauer kann man schon nach wenigen Minuten den gesamten Ablauf des Films vorhersagen und wird in seiner Vermutung bis zum Schluss nicht enttäuscht. Die Story glänzt weder durch Originalität noch durch Einfallsreichtum. Die Rolle des ’Kind im Manne’ hat Adam Sandler in ’Mr. Deeds’ um Längen besser und glaubwürdiger verkörpert. Und auch Dudley Moore, der den Arhtur im Original spielt, hat für seine Darbietung damals einen Oscar bekommen.

Schlussendlich ist ’Arthur’ eine bekannte und langweilige Romantik-Komödie, die mit Ausnahme von Helen Mirren schlecht besetzt wurde. Wer nach einem langem Arbeitstag ins Kino gehen möchte, dem sei davon abzuraten: Akute Einschlafgefahr!

Von Alexandra Cristea

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