Arnold Schwarzenegger in: 'The Last Stand' - Filmkritik

Arnold Schwarzeneggers Comeback: 'The Last Stand' - Filmkritik
Arnold Schwarzenegger ist endlich wieder in der Hauptrolle eines Action-Krachers zu sehen.

3 von 5 Punkten

Als 'Terminator' versprach er einst "I'll be back" – jetzt hat er die 'Drohung' in die Tat umgesetzt. Nach zehn Jahren ist Arnold Schwarzenegger wieder in der Hauptrolle eines Action-Krachers zu sehen. Als alternder Dorf-Sheriff ballert der ehemalige 'Gouvernator' von Kalifornien herum, als hätte er in den vergangenen Jahren nichts anderes getan.

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Zugegeben, bei den aktuellen Diskussionen um schärfere Waffengesetze in den USA wirken die meisten Szenen aus Schwarzeneggers neuem Film 'The Last Stand' wie eine böse Bestätigung der Kritik, die Waffengegner in den Vereinigten Staaten seit langer Zeit äußern. Und angesichts dieser brisanten Problematik bleibt einem bei vielen Szenen tatsächlich das Lachen im Hals stecken. Denn die eigentliche Hauptrolle in Schwarzeneggers neuestem Werk ist des Amis liebstes Spielzeug: die Knarre. Keine Szene ohne Waffe, und selbst die 'Guten' in der Story machen ohne lange mit der Wimper zu zucken so dermaßen übertrieben von ihren Knarren Gebrauch, dass einem Hören und Sehen vergeht. Ach ja, Problemlösungen können manchmal ja so einfach sein. Leider hinterlässt es dennoch oft einen faden Beigeschmack.

Das soll aber keineswegs die jetzt eigentlich obligatorischen Vorwürfe von wegen Gewaltverherrlichung ins Spiel bringen. Das wäre so, als beklagte man sich bei einem Fastfood-Menü über die vielen bösen Kalorien, um dann dennoch herzhaft zuzubeißen. Auch geht man nicht in einen Schwarzenegger-Film, weil man von der Schauspielkunst des gebürtigen Österreichers so angetan ist. Nein, in 'The Last Stand' bekommt man genau das, was man als Arnie-Fan sehen möchte: knallharte, solide gemachte Action - nicht mehr und nicht weniger.

Schwarzenegger spielt dabei den alternden Sheriff Owens, der sein Leben dem beschaulichen Kampf für Recht und Ordnung in dem verschlafenen Grenzstädtchen Summerton Junction widmet. Die Ruhe der Kleinstadt ist jedoch schnell vorbei, als der berüchtigte Drogenboss Gabriel Cortez (Eduardo Noriega, '8 Blickwinkel') aus einem FBI-Gefängnistransport entkommen kann und mit einer Geisel und den Mitgliedern seiner schwer bewaffneten Gangstertruppe in Richtung mexikanischer Grenze flieht.

Lang erwartet: Arnies Comeback

Arnold Schwarzeneggers Comeback: 'The Last Stand' - Filmkritik
Schwarzenegger spielt den alternden Sheriff Owens.

Dabei steuert er natürlich geradewegs auf Sommerton Junction zu und mäht dabei alles nieder, was ihm in die Quere kommt. Schwer bewaffnete Sondereinsatzkommandos inklusive. Klar, dass schließlich alles von Owens und seinen linkischen Dorfkumpanen abhängt. Besonders lustig in der Truppe ist dabei 'Jackass'-Star Johnny Knowville in einer weiteren Paraderolle als freakiger Waffennarr Lewis Dinkum. Und selbst eine Oma darf auch mal aus der Hüfte heraus ihre schnell unter dem Sofa hervorgezogene Waffe gegen einen vorbeilaufenden Bösewicht abfeuern. Hier kann sich jeder Bürger sich zur Not selbst verteidigen.

Mit seinem Hollywood-Debüt setzt Regisseur Kim Jee-woon den 65-jährigen Schwarzenegger gekonnt und mit einer ordentlichen Portion Selbstironie in Szene. Als dieser beispielsweise durch eine Glastür kracht und gefragt wird, wie er sich fühle, antwortet schlicht und ergreifend: "Alt!". Keine Frage: Arnie ist mit 'The Last Stand' ein von Anfang bis Ende unterhaltsames und bildgewaltiges Leinwand-Comeback gelungen (abgesehen von seinen Gastauftritten bei 'The Expendables' und 'The Expendables 2'). Und das, nachdem der ehemalige Gouverneur in den letzten Jahren eher mit einer folgenreichen Affäre und einem unehelichen Sohn für Schlagzeilen sorgte. Aber er hat's noch drauf, und das mindestens so wuchtig wie zu seinen besten 'Terminator'-Zeiten.

Von Norbert Dickten

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