Armin Mueller-Stahl: Filmstars verdienen zu viel

Armin Mueller-Stahl
Armin Mueller-Stahl © Cover Media

Armin Mueller-Stahl (83) regt sich über hohe Schauspielgagen auf.

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"Das ist doch idiotisch!"

Der Leinwandstar ('Music Box - Die ganze Wahrheit') gesteht zwar, selbst "immer ein bisschen mehr verdient" zu haben als nötig, trotzdem beanstandet er die finanziellen Zustände im Showbusiness, aber auch in anderen Branchen. Auf die Frage, ob Schauspieler überbezahlt seien, antwortete Armin der 'Bild'-Zeitung empört: "Hundertprozentig wenn Sie die Stars ansehen: Wer zehn oder 20 Millionen für einen Film kriegt - das ist doch idiotisch! Oder sehen Sie sich die Oligarchen an, die in zwei Jahren 16-fache Milliardäre werden. Die haben das ganze Geld in ihren Taschen und die, die es brauchen, kriegen nichts."

Er selbst verliere niemals seine "Contenance", wenn es um Geld geht. Selbst große Summen können den Kult-Darsteller nicht wieder vor die Kamera locken, wie er enthüllte. So wollte der kanadische Oscarpreisträger Christopher Plummer (84, 'Beginners') erneut mit ihm drehen, nachdem die beiden Männer schon in der Vergangenheit miteinander arbeiteten. "Aber ich habe abgesagt. Dann war Schweigen. Sie boten mir sogar das Doppelte an Geld an", erinnerte sich der zweifach oscarnominierte Schauspieler. Lieber möchte er sich in Zukunft auf seine große Leidenschaft - die Malerei - konzentrieren: "Ich will malen. Es kommen vier oder fünf Ausstellungen. Es kommen einige Konzerte. Und ich habe keine Pläne mehr Filme zu machen", gab Mueller-Stahl preis.

Seine Laufbahn in der Filmindustrie beeindruckt sowieso ganz ohne neue Filmprojekte - und zwar auch die Kritiker beim Filmfest in Locarno, wo er jetzt für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Trotzdem fühle er sich nun mit dem Pinsel in der Hand am wohlsten, da ihm dies nicht nur ermögliche, sich aus "emotionalen Tiefs" zu befreien, sondern ihm auch Ruhe biete. Dem 'Kultur Joker' sagte Armin Mueller-Stahl dazu vor einiger Zeit: "Zum einen kann ich beim Malen und Zeichnen produktiv, autonom und zurückgezogen arbeiten, wie in keiner anderen Ausdrucksform. Das entspricht mir. Und dann - wissen Sie, Ionesco [Eugène Ionesco, französisch-rumänischer Autor], der auch malte, was ich gar nicht so wusste, hat mal gesagt: Mit der Malerei sei er nah am lieben Gott. Genau so empfinde ich es auch."

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