ARD-Dreiteiler 'Mitten in Deutschland: NSU': Sind die Quoten wirklich so mies?

Die NSU-Trilogie: Sind die Quoten wirklich so mies?
Beate Zschäpe (Anna Maria Mühe) und Uwe Böhnhardt (Sebastian Urzendowsky) im ersten Teil des Filmprojekts "Mitten in Deutschland: NSU" © SWR/Stephan Rabold

Ein erster Blick auf die Quote vermittelt den Eindruck, als ob sich bislang niemand so richtig für den ARD-Dreiteiler "Mitten in Deutschland: NSU" interessiere ("Die Täter", 30.03./"Die Opfer", 04.04./"Die Ermittler", 06.04.): Aber bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass für ARD-Verhältnisse außergewöhnlich viele aus der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen die ersten beiden Teile verfolgten (8,7 und 6,8 Prozent): "Bei jungen Menschen sind die Quoten sogar überdurchschnittlich. Ich bin positiv überrascht", betont Dr. Mehmet Daimagüler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news. Der Rechtsanwalt wirkt seit 2012 als Vertreter der Nebenklage am NSU-Prozess mit.

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Insgesamt schwaches Ergebnis

 

Aufwendige Produktion, geringe Quote?

 

Täter, Opfer und Ermittler - aus diesen drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt der Spielfilm-Dreiteiler die Ereignisse um die NSU-Morde von 2000 bis 2006 in verschiedenen deutschen Großstädten. Und es gibt zu denken, dass insgesamt nur 2,89 Millionen den ersten Teil "Die Täter - Heute ist nicht alle Tage" und 2,34 Millionen den zweiten Teil "Die Opfer - Vergesst mich nicht" gesehen haben.

 

"Natürlich hätten wir uns mehr Zuschauer gewünscht"

 

Und das, obwohl die Doku über die Mordserie der Rechtsextremisten in der Primetime läuft, Millionen gekostet hat und Schauspieler wie Anna Maria Mühe (30, "Nicht mein Tag") in der Rolle der Beate Zschäpe überzeugen: "Natürlich hätten wir uns mehr Zuschauer für die ersten beiden Filme unserer NSU-Trilogie gewünscht, zumal die Reaktionen auf die Filme in der medialen Öffentlichkeit wirklich beeindruckend sind", teilt der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, Volker Herres, ebenfalls spot on news mit.

 

"Das ist ganz schwere Kost und eben kein Fußballspiel"

 

Aber man wolle sich auch in Zukunft gesellschaftlich relevanten Stoffen annehmen, erklärt Herres weiter: "Um damit zur Diskussion in der Öffentlichkeit beizutragen und auch aufzuklären". Auch Daimagüler warnt vor einer zu engen Interpretation der Quote: "Das ist ganz schwere Kost und eben kein Fußballspiel."

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