Ant-Man: Perfektes Marvel-Kino mit Paul Rudd und Michael Douglas

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'Ant-Man' mit Michael Douglas und Paul Rudd: Es kommt nicht auf die Größe an
Paul Rudd überzeugt in 'Ant-Man' auf ganzer Linie

5 von 5 Punkten

Egal ob Iron Man, Spiderman, Thor oder Captain America. All diese Superhelden haben eine Mission: Sie sollen die Welt vor dem Bösen schützen. Mit ‘Ant-Man‘ gesellt sich nun ein weiterer Held aus dem Marvel-Universum hinzu. Und obwohl das Gründungsmitglied der ’Avengers’ nur ameisengroß ist, müssen sich seine Kollegen warm anziehen. Denn wie heißt es schön, es kommt nicht immer auf die Größe an!

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Von Thomas Ziemann

Die wenigsten Marvel-Fans dürften vor dem Kinostart von ‘Ant-Man‘ überhaupt noch an ein Happy End geglaubt haben. Wegen Querelen rund um das Drehbuch, schmiss Regisseur Edgar Wright (‘Hot Fuzz‘, ‘Shaun of the Dead‘) vor knapp einem Jahr hin. Ausgerechnet Wright, der mit viel Herzblut über zehn Jahre lang für das Projekt gekämpft hatte. Als dann auch noch der in Hollywood für seine mainstreamigen Comedy-Streifen wie ‘Girls United’ berüchtigte Peyton Reed das Regie-Ruder übernahm, war es ganz vorbei mit der Sympathie für den kleinsten aller Marvel-Helden. Doch Reed straft alle Kritiker Lügen und liefert nicht nur seinen besten Film ab, sondern inszeniert vielleicht auch den besten, kreativsten und liebevollsten aller Marvel-Filme. Denn wo die ’Avengers’ im Kampf gegen das Böse reihenweise Hochhäuser in Schutt und Asche legen, entgleist im finalen Miniatur-Showdown von ‘Ant-Man‘ eine schnuckelige ’Thomas und seine Freunde’-Spielzeug-Eisenbahn. Es sind eben die kleinen Dinge, die ‘Ant-Man‘ so groß machen.

Dabei ist der Plot relativ simpel: Scott Lang (Rudd) ist kein schlechter Mensch, dennoch sitzt er wegen eines Diebstahls im Gefängnis. Während dieser Zeit hat sich seine Frau von ihm getrennt. Seine Tochter, die er abgöttisch liebt, darf er nur sehen, wenn er sich endlich einen anständigen Job sucht. Da seine Suche aber bereits beim ersten Versuch scheitert, nimmt Scott das Angebot seines alten Knast-Buddys Luis (Michael Peña) an, das nächste krumme Ding zu drehen. Gemeinsam brechen die Gelegenheits-Gauner beim berühmten Wissenschaftler Dr. Hank Pym (Michael Douglas) ein. Doch statt Geld und Juwelen findet Scott nur einen mysteriösen Anzug. Pym ist derart angetan von seinen Fähigkeiten, dass er ihn in einem Crash-Kurs auf Superheldenniveau trimmt.

'Ant-Man' mit Michael Douglas und Paul Rudd
Paul Rudd alias 'Ant-Man' lernt fliegen

Der neueste Coup aus dem Marvel-Universum rockt nicht nur aufgrund der Tatsache, dass der Held so herrlich anders ist, sondern auch dank der spektakulären Special-Effects. Schon die erste Szene, in der sich Scott in ‘Ant-Man‘ ´verwandelt, ist schlichtweg atemberaubend und zeigt, was mit 3D heute so alles möglich ist: Nach der Flucht aus einer Badewanne geht’s im wilden Kamera-Ritt vorbei an einer Riesenratte zum verrückten Rodeo auf einen Schallplattenspieler. ‘Ant-Man‘ ist visuell bis ins kleinste Detail mit ganz viel Liebe umgesetzt. Zudem wurde der Film im 1.85:1-Format gedreht. Neben ‘The Avengers‘ ist er damit der schmalste aller Marvel-Filme. Auch hier bleibt man sich treu, es kommt eben nicht immer auf die Größe an.

Neben den brillanten visuellen Effekten hat das Team um Produzent und Marvel-Mastermind Kevin Feige einen Cast zusammengestellt, der auf einzigartige Weise harmoniert. Da wäre Hauptdarsteller Paul Rudd, der den Film immer dann mit seinem trockenen Humor wachrüttelt, wenn er droht ins Kitschige abzuschweifen. Er ist sympathischer Loser und lässiger Superhero zugleich. Oder die ebenso schöne wie toughe Evangeline Lilly (Hope van Dyne), die an der Seite von Hollywood-Legende Douglas mit ihrer Schlagfertigkeit zu punkten weiß. Für die ganz besonderen Momente sorgt aber der herrlich hibbelige Peña (Scotts Kumpel Luis), der einen Gag nach dem anderen raushaut.

‘Ant-Man‘ ist perfektes Kino. Mehr sogar. Mit seiner ganz eigenen, charmanten Art und seinem bezaubernden Blick für das Detail wirkt der Film im großen Marvel-Kosmos wie ein ‘Außenseiter‘. Was negativ klingen mag, ist mitnichten so gemeint. Dem Autor dieser Zeilen fehlen einfach nur die Worte. Und das soll schon etwas heißen…

Kinostart: 23. Juli 2015

Genre: Action/Comicverfilmung

Originaltitel: Ant-Man

Filmlänge: 117 Minuten

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