Annemie: "Sie nannten mich 'Little Britney'"

Annemie: "Sie nannten mich 'Little Britney'"
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Annemarie Eilfeld im Interview

Du hast in der 'Bild’ gesagt, du willst Mehrzad und Lena den Kampf ansagen - und die beiden vom Charts-Thron stoßen. Warum ist 'Animal Instinct' besser als 'Satellite' oder 'Don't Believe'?

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Naja, genauso hab’ ich das ja nicht gesagt. Ich habe nur gesagt, dass ich mich in den Charts auch durchbeißen möchte. Ich finde, 'Satellite' und 'Don’t Believe’ sind gute Songs und mit den beiden Künstlern ist die Konkurrenz für mich ja auch schon gesichert. Was ich mir einfach erhoffe ist, dass ich auch eine gute Position in den Charts erreiche.

Du hast denselben Produzenten wie Sarah Connor. Laut 'Welt.de' wurde der Song 'Animal Instinct' ursprünglich für sie geschrieben. Was hat es damit auf sich?

Also, das wusste ich nicht und es ist eigentlich auch nicht wichtig für mich. Meine Produzenten, die eben auch die Produzenten von Sarah sind, haben diesen Song geschrieben. Ich habe ihn gehört und war sofort total verliebt. Ich fand ihn supergeil und bin gleich dazu abgegangen, er passt total zu mir! Und darum hab’ ich mir auch keine Gedanken gemacht, was es mit diesem Song genau auf sich hat. Wir haben intensiv zusammen daran gearbeitet und ich habe selbst auch noch ein paar Zeilen geschrieben und mir noch ein paar Soundgeschichten dazu ausgedacht und dadurch ist es das geworden, was es ist und bei dem ich wirklich zu 100% drin stecke.

Kannst du deinen Weg von DSDS bis zu diesem Album beschreiben? Inwiefern hast du dich verändert, inwiefern hat sich auch deine Musik in dieser Zeit verändert?

Nach DSDS war eine Menge los. Ich hatte ganz ganz viele Auftritte, viele Autogrammstunden, Radioauftritte und Konzerte. Ganz viele Interviews natürlich auch und andere Veranstaltungen. Klar habe ich mich auch durch diese vielen Erfahrungen verändert. Ich wurde bei Veranstaltungen und Interviews immer sicherer und dann ging es los mit ganz intensivem Tanztraining mit Detlef D! Soost. Ich bin dadurch auch selbstbewusster geworden. Ich muss zugeben, nach DSDS war ich total eingeschüchtert und es hat mir doch sehr an Selbstbewusstsein gefehlt. Ich hab’ das dann aber wieder gewonnen durch viele Auftritte und intensives Training mit meinem Personal Trainer, Detlef und Kate Hall natürlich.

Was meinst du genau mit eingeschüchtert?

Naja, das hat schon Spuren hinterlassen - zeig’ mir doch mal jemanden, den das nicht einschüchtert, wenn er jedes Mal gesagt bekommt, er ist nicht gut genug! Klar hat mich das belastet und klar hat mich das auch einschränkt in verschiedenen Sachen. Ich hab mir dadurch viel weniger zugetraut - musikalisch und auch privat.

Hast du dich deshalb auch für die Namensänderung entschieden, um als Annemie noch mal ganz frisch durchzustarten?

Ja. Die Namensänderung ist durch diese ganze Veränderung mit sich gekommen, die ich durchlebt habe. In dieser Entscheidung wurde ich dadurch bestärkt, dass - als wir irgendwann mit dem Song und mit dem Video fertig waren - viele im Team und Umfeld gesagt haben, “das ist doch nicht mehr DIE Annemarie Eilfeld!“

Um noch mal auf das Thema zurückzukommen, dass du nach DSDS doch ziemlich eingeschüchtert warst: Wie schaffst du es mit dem ganzen psychischen Druck umzugehen?

Es war schwierig. Ich muss zugeben, dass ich nach DSDS ziemlich labil war. Ich hab’ oft überreagiert, wenn ich mal Kritik bekommen habe, oft geweint und öfter auch mal das Handtuch geschmissen, wenn ich mir gesagt hab’, "ey mann, ich bin einfach scheiße! Ich bin nicht gut!“ Ich hab mich dann wieder aufgebaut, indem ich Sachen gemacht habe, die gut zu mir passen und die auch mein Ding sind. Ich hab’ viele Songs geschrieben - auch schon während DSDS - um mit diesem ganzen Druck fertig zu werden. Ich hab mir den ganzen Frust von der Seele geschrieben und daraus Songs gemacht. Ein Song aus dieser Zeit kommt sogar aufs Album und heißt 'My SOS'.

Wird es zu der neuen CD auch eine Tour geben?

Ich hoffe es und würde mich natürlich auch freuen, wenn da eine richtig große Tour folgt. Aber ich glaube, in diesem Sommer ist erstmal ganz viel Promotion und viele live Auftritte angesagt. Ich denke, eine richtige Tour wird noch bis zum nächsten Jahr brauchen.

Lena Meyer-Landruth macht im Moment ja auch ziemlich viel Promotion. Was sagst du eigentlich zu ihrem Nacktauftritt im Fernsehen?

Gesehen hab ich den Auftritt nicht, ich hab nur Fotos in der Presse gesehen. Ich glaube, dass diese Sache die ganze Aufregung nicht wert ist.

Du hattest grade erwähnt, dass du mit Detlef D! Soost trainierst und er dich ganz schön quält…

Ja (lacht)! Aber das Quälen ist von Detlef jetzt nicht irgendwie böse gemeint oder so. Er versucht einfach immer, das Beste aus einem rauszuholen und das ist wirklich extrem. Ich habe das auch mitbekommen, wie viel beim Training mit Detlef tatsächlich noch aus einem rauskommt. Selbst wenn ich wirklich schon an meine Grenzen gestoßen bin, hat er es geschafft, noch mal 20, 30 Prozent draufzulegen. Das war echt extrem und es war auch eine tolle Erfahrung, so was mit dem Körper zu erleben.

Und wie sieht im Moment dein Tagesablauf aus?

Ähnlich wie heute: Auftritte, Interviews - telefonisch und manchmal Auge in Auge. Und dann natürlich viel Training. Ich hab’ heute Abend auch wieder Tanztraining und dann absolviere ich natürlich auch noch viel Fitnesstraining nebenbei.

Bald läuft die Bewerbungsphase für die nächste DSDS-Staffel an: Welche Tipps gibst du den neuen Bewerbern mit auf den Weg?

Ich bin eher an DSDS rangegangen mit der Einstellung, wenn ich weiter komme, komm ich weiter, wenn nicht, dann nicht. Es war auch so, dass ich bis zu den Mottoshows fast nirgendwo aufgetaucht bin. Ich hab’ immer darauf geachtet, mich nicht vor eine Kamera zu stellen, weil ich einfach keine Lust hatte, mich da in den Vordergrund zu drängeln und dann rauszufliegen. Das war mir auch irgendwie peinlich und ich hab’ mich während der Recalls eher bedeckt gehalten. Ich kann allen Kandidaten, die sich bewerben möchten, einfach nur raten, sich gut vorzubereiten, diszipliniert zu sein und immer ganz hart an sich zu arbeiten.

Na ja, während der Mottoshows bist du dann aber schon aufgeblüht und mehr an die Medien gegangen.

Das war ja so, dass die Medien zu mir gekommen sind. Ich hab ja keinem gesagt, "Ey, mach jetzt mal ein Interview mit mir.“ Es war ja umgekehrt. Da gab es auch keine Alternative und niemand hat bei einem MAZ-Dreh oder einem Interview gesagt "Nö, mach ich nicht.“

Die 'Bild’ hat dich kürzlich mit Britney Spears verglichen. Wie findest du diesen Vergleich?

Na ja, ich muss sagen, es war jetzt für mich nichts Neues (lacht)! Seit ich angefangen habe, mit elf oder so, Britney Spears-Lieder auf der Bühne zu singen, kam immer dieser Vergleich. Ich war immer "Little Britney“ oder so was. Mittlerweile sehe ich da keinen Vergleich mehr und ich sehe auch die Ähnlichkeit nicht mehr, weil sie sich sehr verändert hat. Aber es ist natürlich immer schmeichelhaft mit einem großen Star verglichen zu werden.

Viele vergleichen dich mit deinem neuen Style auch mit Lady GaGa. Was sagst du dazu?

Ich mach’ mir über solche Vergleichen keine großen Gedanken. Ich finde immer, dass jeder deutsche Künstler bis jetzt schon mal mit irgendeinem internationalen Künstler verglichen wurde. Jeanette Biedermann war damals die neue Britney, Joana Zimmer war die neue Celine Dion - man braucht irgendwie immer einen Vergleich. Madonna war in den 80ern die Ikone, die angeblich jeder nachgemacht hat, in den 90ern war es Britney Spears und jetzt ist es eben Lady GaGa. Ich seh’ das einfach nicht so verbissen. Wenn man 'ne blonde Sängerin ist und Popmusik macht und sich dabei bewegt, ist es doch völlig klar, dass man dann mit dem aktuellsten Produkt aus Übersee verglichen wird. Das ist normal. Wenn ich schwarze Haare hätte, wäre ich wahrscheinlich mit Katy Perry verglichen worden.

Könntest du dir vorstellen beim Grand Prix für Deutschland anzutreten?

Darüber hab’ ich mir bis jetzt noch keine Gedanken gemacht, aber ich bin eine Sängerin und ich glaube, jede Sängerin kann mich da verstehen, wenn ich sage, uns zieht es immer auf die großen Bühnen mit ganz viel ‚Bling Bling’ und viel Glamour und Show. Das ist mein Ding und ich sage niemals nie!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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