Anne Will: Warum sie Jauchs Nachfolgerin werden muss

Anne Will: Warum sie Jauchs Nachfolgerin werden muss
Anne Will talkt mit ihrer gleichnamigen Show derzeit Mittwochsabends © NDR/ARD

Wenig ist für den TV-Zuschauer so wichtig wie Rituale. Und wenige gibt es davon, die fester eingespielt sind, als dieses: Sonntagabends erst der "Tatort", dann der Polit-Talk. Und so interessiert nun ein Millionenpublikum, wie es weitergehen wird, wenn Gesprächsrundenleiter Günther Jauch (58) Ende 2015 sein Amt abgibt. Das Rätselraten ist groß. Dabei liegt die Antwort beinahe auf der Hand: Die fünf guten Gründe, warum eigentlich nur Anne Will (49) auf Jauch folgen kann, erfahren Sie hier.

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Die neue, alte Jauch

1. Das komplizierte Innenleben der ARD

Personalentscheidung sind in vielen Unternehmen undurchsichtig - in der ARD sind sie häufig so politisch und umstritten wie die Themen in ihrem sonntäglichen Talk. Klar scheint, dass der NDR den Posten für Jauchs Nachfolger vergeben wird. Auch Jauch und die Vorgängerinnen Anne Will und Sabine Christiansen sind, beziehungsweise waren, NDR-Kräfte. Und genau dieser Umstand könnte es einigen von Wills ernsthaften Konkurrenten wie Frank Plasberg (58) und Sandra Maischberger (48) sehr schwer machen, in Jauchs Fußstapfen zu treten. Denn sie sind Gewächse des Schwestersenders WDR. Will hingegen ist nun einmal mehr zur richtigen Zeit im richtigen Sender.


2. Weit und breit keine Konkurrenz

Und wer könnte nun für den NDR in Frage kommen? Der Kreis der Kandidaten ist klein. Intern gäbe es etwa "Tagesthemen"-Frontfrau Caren Miosga (46). Aber deren journalistische Qualitäten wären beim Talk eher verschenkt - zuletzt hatte sie an einer Reportage-Sendung gearbeitet. Auch US-Korrespondent Ingo Zamperoni (41) wird gehandelt. Er hat aber vermutlich eher die "Tagesthemen" im Auge. Natürlich könnte der NDR - wie bei Jauch - auch einen Star von außen locken. Aber dafür sind die Talker der Nation entweder nicht profiliert genug. Oder deutlich zu profiliert: Stefan Raab (48, "Schlag den Raab") oder Jan Böhmermann (34) als Besetzung für die die wichtigste Polit-Talkshow: So weit reicht der Mut im Ersten wohl (noch?) nicht.


3. Zu viele Talkshows

Das Erste hatte schon vor Jauchs Abgang ein Talkshow-Problem: Es hat einfach zu viele der Politikerrunden im Programm. Lange gab es mit Jauch, Plasberg, Maischberger, Will und Reinhold Beckmann (59, "Zufall?") von Sonntag bis Donnerstag volles Laber-Programm. Selbst nach dem Rückzug Beckmanns wird vielen Beobachtern noch zuviel geredet. Wenn Will nun vom Mittwoch auf den Sonntag übersiedelt, könnte ein kostbarer Sendeplatz für andere (NDR-)Projekte frei werden. Vielleicht ja für Caren Miosgas Reportagen...


4. Eine Frau als Polit-Vermittlerin

Nach gut viereinhalb Jahren (und viel Kritik an Jauch) könnte es Zeit sein, zu einem funktionierenden Konzept zurückzukehren: Eine Frau als Dompteurin um Zustimmung und Pointen rangelnder Politiker. Dass das bestens klappen kann, haben neben Will auch Kolleginnen wie Maischberger oder Maybrit Illner (50) gezeigt. Auch das ZDF probiert mit Dunya Hayali (41) demnächst eine neue Talkshow mit Frauen-Leitung aus. Nun könnte die Stunde schlagen, noch einmal zu überprüfen, wie eine weibliche Handschrift am Sonntagabend funktioniert.


5. Das Publikum weiß nun, was es an Will hat

Von 2007 bis 2011 war Anne Will schon einmal Deutschlands Sonntagstalkerin. Gegen Ende dieser Zeit lief Will zu immer besserer Form auf - und trotzdem gab es kein großes Wehklagen über ihr Sonntags-Aus. Schließlich kam mit Günther Jauch ja ein hoch bezahlter Star, von dem sich Publikum und Sender wahre Heldentaten erhofften. Nun hatte Jauch fast fünf Jahre Zeit, sich zu beweisen. Und erhält ähnliche Kritik wie Will zu ihrem unglücklichen Talkstart vor fast acht Jahren. Mit einem Wechsel zurück zu Will könnten alle happy werden: Das Publikum weiß sofort, was es an seiner Diskussionsleiterin hat - und die muss sich nicht lange eingewöhnen, sondern kann gleich da weitermachen, wo sie selbst einst aufgehört hat.



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