Anna Thalbach: Neue Serie zwischen Bundys und Flodders

Anna Thalbach: Neue Serie zwischen Bundys und Flodders
Katharina, Anna und Nellie Thalbach (v.l.) bei der NDR Talkshow © ddp images

Die Schauspielerinnen Katharina, Anna und Nellie Thalbach stehen gerade für "Peggy" gemeinsam vor der Kamera: Darin geht es um Peggy Rosinski (Anna Thalbach), die drei Kinder, zwei Jobs und einen Berg Schulden hat. Sie lebt in einem heruntergekommenen Randbezirk von Frankfurt an der Oder... Was die Sozialkomödie mit den Bundys zu tun hat und was ihre eigenen Kindheitsträume waren, erzählt Anna Thalbach (42), die gerade auch als Sprecherin für das Hörbuch "Der Gewitter-Ritter und weitere Geschichten" (Der Audio Verlag, 10,99 Euro) tätig war, im Interview mit spot on news.

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Familiensache

 

Sie drehen zusammen mit Ihrer Mutter und Tochter gerade die Sozialkomödie "Peggy". Wie laufen die Dreharbeiten?

 

Anna Thalbach: Wie es so ist, beim deutschen Fernsehen: auf kreative Weise anstrengend. Es wird unglaublich viel gespart und so entsteht eben ein enormer Zeitdruck. Früher waren 28 Drehtage für einen 90-Minuten-Fernsehfilm normal. Jetzt haben wir noch zwischen 18 und 22 Tage. Dadurch muss man wahnsinnig durchpeitschen. Das heißt, wir drehen an einem Tag sieben Minuten, bei einem Hollywood-Film sind es immerhin im Schnitt nur zwei Minuten. Aber trotz dieser Widrigkeiten leisten wir alle großartige Arbeit, denke ich. Die Kollegen sind wundervoll - und damit meine ich nicht nur meine Familie. Wir machen den Zeitmangel einfach mit noch größerer Spielfreude wett.

 

Ist es ein Unterschied, mit der Familie zu drehen?

 

Thalbach: Jein. Mit meiner Familie ist es natürlich sehr vertraut, das ist sehr angenehm und deswegen mache ich es auch schon so viele Jahre. Aber wenn ein toller Kollege mit mir vor der Kamera steht, ist es genauso schön wie mit der Familie.

 

Mit was lässt sich "Peggy" vergleichen?

 

Thalbach: Vergleiche finde ich generell schwierig. Ich hoffe natürlich, dass wir etwas Einzigartiges schaffen. Vielleicht könnte man "Peggy" als eine Kreuzung zwischen "Shameless", den Bundys aus "Eine schrecklich nette Familie" und den Flodders beschreiben... Ich finde daran vor allem bemerkenswert, dass "Peggy" in einem realen Milieu stattfindet. Oft spielen Fernsehgeschichten ja in aufgeräumten Villen oder trendigen Lofts und die Menschen arbeiten alle in coolen hochbezahlten Jobs wie zum Beispiel in der Werbung. Die Mehrheit unserer Zielgruppe, also die ganz echten Fernsehzuschauer, hat doch gar nicht so ein Leben.

 

Wie viele Teile von "Peggy" wird es geben?

 

Thalbach: Das Wunschziel ist eine Reihe über sechs Filme. Der zweite Teil wird gerade geschrieben. Es war auch mal als Serie angedacht, was ich persönlich auch toll gefunden hätte.

 

Neben "Peggy" erscheint jetzt auch das Hörbuch "Der Gewitter-Ritter" von Kai Lüftner, in dem Sie die Geschichte "Der Manni im Mond" gelesen haben.

 

Thalbach: Das ist eine sehr romantische Geschichte und wundervoll gereimt. Es gibt ja nur noch wenige echte Poeten in Deutschland außerhalb der Musik. Dieses Gedicht berührt einfach jeden, der es hört bzw. vorgelesen bekommt.

 

Manni Balkenschuh fliegt darin in einer selbstgebastelten Rakete zum Mond. Und trifft dort nicht den Mann im Mond, sondern eine Frau. Haben Sie selbst schon von einem Flug zum Mond geträumt?

 

Thalbach: Nein, ich schaue mir das gerne an, wenn andere sowas machen, ich selbst hätte aber viel zu viel Angst. Das ist mir dann doch eine Spur zu weit bis ins All. Ich bin ein Erdmensch.

 

Was waren Ihre Kindheitsträume?

 

Thalbach: Ich hätte wahnsinnig gerne die Fähigkeit gehabt, fliegen zu können. Nicht zum Mond, sondern einfach nur ein bisschen in der Luft herum. Als Kind im Internat habe ich mir immer gewünscht, dass es ganz kleine Fernseher gäbe, die man unter der Bettdecke benutzen kann. Dieser Wunsch wurde mir ja nun mittlerweile von der Technik erfüllt. Es können halt doch Dinge wahr werden.

 

Was wurde Ihnen als Kind von Ihrer Mutter vorgelesen, und was haben Sie Ihrer Tochter vorgelesen?

 

Thalbach: In unserer Familie wurde und wird generell viel vorgelesen. Meine Mutter hat mir sämtliche Märchen vorgelesen, von den Brüdern Grimm, über Hans Christian Andersen bis Wilhelm Hauff. Mit vier Jahren konnte ich auch schon selbst lesen. Als ich in die Schule kam, da hatte ich schon die großen Kinderbuchklassiker wie "Die rote Zora", "Tom Sawyer" und "Robinson Crusoe" durch. Meiner Tochter habe ich auch sehr viel vorgelesen, "Serafin und die Wundermaschine" mochten wir beispielsweise sehr. Und Nellie hat sich auch viele meiner Hörbücher angehört.

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