Anna-Maria: Bewährung für Piloten

Anna-Maria Zimmermann wurde bei einem Hubschrauberabsturz schwer verletzt.
Anna-Maria Zimmermann erlitt bei einem Hubschrauberabsturz schwere Verletzungen. Der Pilot wurde verurteilt.

Urteil: Fahrlässige Körperverletzung

18 Tage lag die ehemalige DSDS-Sängerin Anna-Maria Zimmermann nach einem Hubschrauberabsturz im Koma. Jetzt ist der Unglückspilot wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden. Für die 22-Jährige soll das ein Neubeginn werden.

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Es sollte eine möglichst spektakuläre Ankunft vor der Diskothek "Kuhrausch“ werden - doch es endete in einer Katastrophe: Im Oktober 2010 stürzte der Hubschrauber mit der ehemaligen DSDS-Sängerin Anna-Maria Zimmermann und zwei weiteren Fluggästen in Altenbeken bei Paderborn ab. Das Landgericht hat nun den 51 Jahre alten Piloten aus Verl wegen fahrlässiger Körperverletzung in drei Fällen zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt.

Der Unfall-Pilot habe damals versäumt, den vorgesehenen Landeplatz vor der Diskothek absperren zu lassen, sagte der Vorsitzende Richter Bernd Emminghaus. Als Menschen und Autos den Platz blockierten, habe er bei der Suche nach einem Ausweichplatz Flugfehler begangen. Er flog zwei enge Linkskurven - zu eng und zu langsam, wie später ein Expertengutachten feststellte.

Arm der Sängerin weiterhin gelähmt

Während die anderen drei Passagiere relativ glimpflich davonkamen, wurde Zimmermann schwer verletzt. In ihrer knapp 15-minütigen Zeugenaussage schilderte die Sängerin die Folgen. Als sie aus dem künstlichen Koma erwachte, war ihr linker Arm gelähmt, aus ihrem achtfach gebrochenen Becken ragten vier Titanplatten. Ein acht Zentimeter langer Knochensplitter aus dem linken Arm war wie ein Pfeil in den Körper geschossen und verfehlte Herz und Aorta nur um Millimeter. Die Milz war gerissen, ein Teil der Lunge musste entfernt werden.

Mit den Folgen hat das Opfer auch jetzt noch zu kämpfen. Vor Gericht trug Zimmermann den linken Arm in einer schwarzen Schlinge. In der linken Schulter seien Nerven durchtrennt, sagte die 22-Jährige. In einer weiteren, voraussichtlich zwölfstündigen Operation sollen ihr Nerven aus der rechten in die linke Schulter verpflanzt werden.

Trotz einer Entschuldigung des Angeklagten blieb Zimmermann unversöhnlich. "Er hatte sieben Monate Zeit mir nahe zu sein, mir zu helfen“, sagte sie nach dem Urteil. Diese Chance habe er nicht genutzt. Jeder Mensch mache Fehler, sie sei aber tief enttäuscht. "Da ist es für mich schwierig, ein einfaches "Entschuldigung" anzunehmen.“ Am Abend vor dem Prozess habe die Versicherung des Helikopters eine Summe gezahlt, über die Stillschweigen vereinbart wurde. Sie sei aber froh über das Ende des Prozesses. "Ich will jetzt nach vorne schauen.“

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