Anke Engelke: Ich bin für Handeln

Anke Engelke
Anke Engelke © Cover Media

Anke Engelke (48) möchte mit ihrer Talkshow 'Anke hat Zeit' die Qualität des deutschen Fernsehens verbessern.

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Kritik allein reicht nicht

In ihrer neuen WDR-Talkshow lädt die Komikerin ('Ladykracher') für neunzig Minuten Künstler und Menschen ein, die etwas zu sagen haben. Viele ihrer Gäste sind in ihrer jeweilige Szene zwar berühmt, dem breiten Fernsehpublikum meist aber nicht bekannt. Ihre Sendung richtet sich an diejenigen, die kein Fernsehen mehr sehen, weil sie mit der Qualität hadern: "Leute, das müsst ihr sehen. Das ist Fernsehen für euch, die ihr sonst kein TV mehr guckt", erklärte sie im Interview mit 'faz'.

Ganz nach dem Motto "Machen, machen, machen - und nicht verzagen" packt die Moderatorin ihre Sendung an und versucht, den "Ist-Zustand" des deutschen Fernsehens zu verbessern. Doch Kritik allein gilt für Engelke nicht: "Ich bin immer für Handeln, für wahren Aktivismus", sagte sie weiter.

An Erfolgszahlen ist die Komikerin dabei wenig interessiert und so weiß sie auch nicht, wie viele Zuschauer ihre vorherige Sendung mitverfolgten: "Interessiert mich nicht. Wobei ich mir für diese Art Fernsehen natürlich ganz, ganz viele Zuschauer wünsche, ich habe ja eine Mission. Aber ich will mich nicht über Erfolg definieren. Das ist nicht mein Motor, das soll nicht mein Sprit sein."

In ihrer Sendung vom 15. Juli interviewte Engelke einen sehr prominenten Gast via Videozuschaltung: den seit zwei Jahren im Exil lebenden Julian Assange (43). Das Interview bescherte der Moderatorin sicherlich interessierte Zuschauer, die gespannt den ausführlichen Antworten und Monologen des Befragten lauschten. Ein Großteil des Gesprächs drehte sich um die sogenannten "Supernerds", wie Assange selbst, als wahre Avantgarde der Zukunft. Der Wikileaks-Gründer nutzte die Gelegenheit, um vor der Gefahr zu warnen, die seiner Meinung nach von Facebook, Google und der NSA ausgehen. Zum Abschluss des Gesprächs fragte Anke Engelke, was sie sich für ihn wünsche solle und Julian Assange antwortete: "Etwas anderes außer Freiheit oder der Fähigkeit, Weltfrieden zu schaffen?! Wir könnten jetzt Witze darüber machen. Aber im Ernst: Ich wäre gern wieder in der Lage, meine Familie und meine Kinder zu sehen. Das ist mein sehnlichster Wunsch."

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