Angelina Jolie - als Agentin besser als Tom Cruise!

Angelina Jolie - als Agentin besser als Tom Cruise!

Dass Agententhriller beliebt sind, wissen wir nicht erst seit ‚James Bond’. Und spätestens durch den Erfolg der Serie ‚Alias – Die Agentin’ ist die Hauptrolle in diesem Metier nicht mehr nur männlichen Protagonisten vorbehalten. Aber wie schlägt sich ausgerechnet die Frau in der Rolle, die in letzter Zeit eher durch ihr Privatleben und ein halbes Dutzend Kinder auf sich aufmerksam machte als durch ihre Filme?

Angelina Jolie als CIA-Agentin Evelyn Salt ist eine harte Nuss: Immer darauf bedacht, ihrem Vaterland Amerika zu dienen, lässt sie sich auch von der Folter in einem nordkoreanischen Gefängnis nicht sonderlich beeindrucken. Doch dann beschuldigt der russische Überläufer Vassily Orlov sie in einem CIA-Verhör, eine Verräterin zu sein. Ein böser Verdacht, denn der Überläufer behauptet, Agentin Salt sei eine russische Schläferin, die auf der bevorstehenden Beerdigung des amerikanischen Vizepräsidenten einen Mordanschlag auf den russischen Präsidenten Matvejev (Olek Krupa) plant.

Angelina Jolie überzeugt in der Rolle der harten, zarten Agentin Evelyn Salt auf ganzer Linie: Man nimmt ihr die Figur in jeder Situation des Films voll und ganz ab. Meisterlich! Besonders in Anbetracht der Tatsache, dass die Rolle eigentlich für einen männlichen Protagonisten vorgesehen war - und zwar ausgerechnet Tom Cruise (!), dem man den coolen Actionhelden spätestens seit ‚Knight And Day’ sowieso nicht mehr abnimmt.

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Während die fassungslosen Kollegen Ted Winter (Liev Schreiber) und Peabody (Chiwetel Ejiofor) das weitere Vorgehen planen, ist ihnen Evelyn Salt einen Schritt voraus: Kampfmutig und skrupellos trickst sie die ganze CIA aus und schafft das unmögliche: sie entwischt den Kollegen. Eine waghalsige Flucht quer durch New York beginnt… Doch während Evelyn weiterhin ihre Unschuld beteuert und besonders Ted Winter zu ihr hält, verwischen die Grenzen: Auf einmal ist nicht mehr klar, wer hier eigentlich die Wahrheit sagt…

Genau das macht den Film aus: Regisseur Phillip Noyce führt die Zuschauer auf unterhaltsame Weise an der Nase herum. Zur Spannung trägt auch Evelyn Salts zwiespältiger Charakter bei – denn mal ist sie die knallharte Agentin, mal die sanfte Verliebte. Und ausgerechnet die Liebe zu ihrem deutschen Ehemann Michael Krause (August Diehl) wird zur großen Gefahr für Salt!

Auch wenn La Jolie ihre Sache gut macht, hätte Liev Schreibers Rolle ruhig ein wenig mehr ins Zentrum des Geschehens gerückt werden können. Mit der absolut authentischen Darstellung beweist der Schauspieler hier einmal mehr sein Können, kann aber storybedingt leider erst relativ zu Ende des Films zur Höchstform auflaufen.

Wie es sich für einen Agententhriller gehört, ist der Film gespickt mit rasanten Actionszenen: Mal bastelt Evelyn Salt mithilfe von Putzmitteln aus einem Tischbein ein Kampfgeschoss, dann springt sie mitten in New York City von LKW zu LKW oder hüpft in schwindelerregender Höhe mal eben aus einem Hubschrauber. Trotz kleiner Unstimmigkeiten liefert ‚Salt’ hundert durchweg spannende Minuten, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Sollte man gesehen haben, denn die Fortsetzung folgt bestimmt.

Von Maike Nagelschmitz

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