Andreas Gabalier: "Ich bin kein meditativer Typ"

Andreas Gabalier: "Ich bin kein meditativer Typ"
Andreas Gabalier ist eine echter Crossover-Star - zu hören auch in der Titelmelodie zur runderneuerten Kinderserie "Heidi" (1. Folge: Ostermontag, 8.00 Uhr, ZDF) © ddp images

Wenn der österreichische Volksmusiker Andreas Gabalier (30) fordert, dass Mütter etwas länger zuhause bleiben sollen, dann denkt er dabei vielleicht auch an seine eigene Kindheit. Denn, wie er im Interview mit spot on news verrät, war er ein echter Wildfang.

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Volksmusik-Star im Interview

War Musik schon immer Ihre große Leidenschaft?

Andreas Gabalier: Eine große Rolle hat die Musik schon immer gespielt. Allerdings fand ich es als Kind schon oft furchtbar, wenn wir bei Geburtstagen von Tanten und Onkeln oder bei Hochzeiten spielen mussten. Vorne am Altar habe ich mich immer sehr geschämt. Auch das Üben mochte ich nicht so: Meine Mutter hat mich einmal in der Woche an den Ohren vom Eishockeyplatz zum Klavierspielen geschleift.


Und trotzdem sind Sie Musiker geworden...

Gabalier: Ja, aber so mit 14 Jahren habe ich es meinen Eltern erst noch ein bisschen heimgezahlt: Ich habe mir eine Stromgitarre gekauft und einen dicken, fetten Verstärker und damit dann die Musik gespielt, die ich spielen wollte: Rolling Stones, Iron Maiden, Rammstein, Metallica... um schlussendlich bei "Heidi" anzukommen.


Was war die erste Platte, die Sie gekauft haben?

Gabalier: Mein Vater war jeden ersten Samstag im Monat bei einer Schallplattenbörse an der Technischen Uni in Graz. Damals habe ich mir "Satisfaction Live" von den Rolling Stones gekauft.


Sie waren ein echter Wildfang. Ihre Mutter musste Sie in einem Jahr elf Mal ins Krankenhaus bringen?

Gabalier: Damals kam sogar die Polizei, weil sie dachten, dass ich zuhause geschlagen werde. Es waren aber ganz normale Knochenbrüche. Ich habe leidenschaftlich gern Eishockey gespielt und bin den ganzen Winter über auf Skiern gestanden. Wir haben uns die allerhöchsten Schanzen gebaut und sind mit dem Bob darübergesprungen. Irgendwann ist dann wieder mal jemand über den Daumen gefahren oder das Bein war plötzlich verdreht. Das waren die Klassiker. Aber es ist alles immer sehr gut verheilt, bis auf die Zehen.


Aber Sie sind ja auch keine Ballerina geworden...

Gabalier: Naja, mit fünf und sechs Jahren musste ich Ballettunterricht nehmen, weil die Mutter meines damaligen besten Freundes Ballett-Tänzerin war. Clemens musste Ballett lernen und damals haben wir alles gemeinsam gemacht. Deshalb bin ich auch zwei Jahre lang mit ins Ballett, bis es mir dann gereicht hat. Auch mein Vater hat sich ein wenig Sorgen gemacht und mich dann zum Eishockey gebracht.


Haben Sie schon mal länger auf einer Alm gelebt?

Gabalier: Nach dem Tod meines Vaters habe ich die Uni sein lassen und mich im Herbst 2006 ein paar Monate lang in die Berge zurückgezogen und war fast nur Wandern.


Die Berge sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil deines Lebens?

Gabalier: Ja, im Winter steh' ich so oft es geht auf Skiern, im Sommer geh' ich Wandern oder bin mit dem Mountainbike unterwegs. Das ist meine Art der Flucht vor dem Alltag in die Stille.


Wer hat mehr Kondition, Sie oder Ihre Freundin?

Gabalier: Ich natürlich. Weil Berg aber für mich vor allem Stille bedeutet, gehe ich auch sehr gerne alleine hoch. Da brauche ich niemanden zum Reden und keine Musik.


Sind Sie ein meditativer Typ?

Gabalier: Nein, ganz sicher nicht!


Wollen Sie irgendwann mal einen eigenen Bauernhof am Land haben, wie damals bei Ihren Großeltern?

Gabalier: Ja! Oder ein eigenes Flamingo-Hotel in Las Vegas.

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