Amy Winehouse: Vater will gegen Doku protestieren

Die Premiere von "Amy" am Sonntag in Cannes wird mit großer Spannung erwartet. Im Vorfeld wird die Dokumentation über das Leben von Amy Winehouse (1983-2011, "Tears Dry On Their Own") bereits kontrovers diskutiert, denn die Familie der Sängerin, die 2011 an einer Überdosis starb, zeigt sich inzwischen tief enttäuscht über den Film. Nach anfänglicher Zusammenarbeit haben die Angehörigen der Sängerin dem Projekt im April ihre Unterstützung entzogen. Dabei konnte ihr Vater Mitch Winehouse zuvor noch einige Änderungen durchsetzen, wie er der britischen Zeitung "The Sun" erzählte.

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"Amy" feiert Premiere in Cannes

 

"Ich hätte nicht mehr alleine die Straße entlang gehen können"

 

So habe eine Szene den Eindruck erweckt, ihre Familie habe Amy Winehouse einmal an Weihnachten alleine gelassen. Mitch Winehouse habe erreicht, dass diese herausgeschnitten wurde, da das nicht der Wahrheit entsprochen habe. Angesichts der verzerrten Darstellung habe er sich sogar sorgen um seine Sicherheit gemacht: "Wäre der Film so herausgekommen, hätte ich nicht mehr alleine die Straße entlang gehen können." Dennoch bleibt er unzufrieden. Die Filmemacher seien nie unvoreingenommen an die Interviews mit den Zeitzeugen herangegangen: "Sie waren wie Polizisten in den 70ern - sie hatten ihren Schuldigen und wollten dafür sorgen, dass die Beweise ins Bild passen." Mehrere Bekannte von Amy Winehouse hätten deswegen die Interviews abgebrochen.

Die Dokumentation zeige seine Tochter als einsame Frau, dabei seien in Wahrheit immer gute Freunde um sie herum gewesen. Auch ihr Verlobter Reg Traviss würde in dem Film kaum eine Rolle spielen. Besonders ärgert Mitch Winehouse darüber hinaus, dass die Charity-Stiftung, die die Familie nach Amys Tod gegründet hat, nicht erwähnt wird. Die Macher von "Amy" um Regisseur Asif Kapadia betonen dagegen in aktuellen Interviews, der Film würde ein objektives Bild vom Leben der Sängerin zeigen.

 

Ärger bei der UK-Premiere?

 

Mitch Winehouse allerdings will die Veröffentlichung nicht ohne weiteres hinnehmen und kündigt seinen Protest für die Premiere in Großbritannien an: "Sie werden mich wahrscheinlich nicht zur Premiere einladen, aber wenn sie es tun, fordern sie Ärger heraus", sagte er der "Sun". "Ich werde meine eigene Pressekonferenz abhalten und allen erzählen, wie schrecklich enttäuscht ich bin."

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